Studien zum Einfluss von Gebeten auf die Gesundheit hat es schon öfter gegeben. So konnte in einer Untersuchung nachgewiesen werden, dass sich das medizinische Ergebnis bestimmter Erkrankungen durch Gebet verbessern lässt.

1.802 Patienten nahmen an der „Study of the Therapeutic Effects of Intercessory Prayer (STEP)“in sechs akademischen Krankenhäusern teil. Alle mussten sich einem koronaren Bypass unterziehen (coronary artery bypass graft: CABG) und wurden einer von drei Gruppen zugeteilt: Für 604 Patienten wurde gebetet. Ihnen teilte man mit, dass für sie vielleicht gebetet würde, vielleicht auch nicht (Gruppe 1). 597 weitere Patienten erhielten keine Gebete. Ihnen teilte man ebenfalls mit, dass für sie vielleicht gebetet würde (Gruppe 2). 601 Patienten schließlich erhielten Gebete. Ihnen teilte man das auch mit (Gruppe 3). Zwei katholische Gruppen und eine protestantische Gruppe begannen ihre Gebete am Abend vor dem chirurgischen Eingriff beziehungsweise am Tag des Eingriffes selbst und setzten diese Gebete täglich 14 Tage lang fort.

Bei 52 Prozent der Patienten in Gruppe 1 und 53 Prozent in Gruppe 2 traten nach dem chirurgischen Eingriff Komplikationen auf. In Gruppe 3 war die Rate der Komplikationen signifikant höher (59 Prozent). Die Mortalitätsraten dagegen waren in allen drei Gruppen ungefähr vergleichbar und lagen zwischen zwei und drei Prozent. Jene Patienten, die wussten, dass für sie gebetet wird, hatten also ein 27 Prozent höheres Komplikationsrisiko als jene Patienten, die nicht wussten, ob man für sie betet.

Dieses Ergebnis ist natürlich heikel, denn es lässt vermuten, dass Gebete eher schaden als nützen. Die Studienautoren weisen denn auch auf die Limitationen ihrer Studie hin. Man wisse nicht, weil viele Freunde und Verwandte der Patienten außerhalb des Studie für sie gebetet hätten und auch viele Patienten selbst dürften wohl gebetet haben.

MEDICA.de; Quelle: American Heart Journal 2006, Vol. 151, S. 934-942