Gebildete Frauen sind besonders betroffen

Verbissenes Lernen kann zu
Kopfschmerzen führen; © PixelQuelle

Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Zahnfehlstellungen und einer Störung der Kiefergelenkfunktionen ist nicht nachweisbar. Zu diesem Ergebnis kam eine Forschergruppe unter Leitung von Prof. Dr. Dietmar Gesch, Lehrstuhlinhaber für Kieferorthopädie an der Universität Witten/Herdecke, bei der Auswertung einer Studie, an der über einen Zeitraum von zehn Jahren mehr als 4000 Erwachsene teilgenommen hatten. Erkennbare Risikofaktoren beziehen sich vor allem auf das Geschlecht und den sozioökonomischen Status: Frauen und Angehörige höherer Bildungsschichten leiden häufiger an Kieferbeschwerden und davon verursachten Kopf- und Gesichtsschmerzen.

Inwieweit Zahnfehlstellungen wirklich Kiefer- und Gesichtsschmerzen verursachen, untersuchte der Kieferorthopäde Dietmar Gesch im Rahmen der umfassendsten bevölkerungsbasierten Feldstudie, die jemals in Deutschland durchgeführt wurde. Bei der Untersuchung "Study of Health in Pomerania" (SHIP) ging es um den Gesundheitszustand der Bevölkerung in Vorpommern. Die Ergebnisse zweier Untersuchungsstaffeln, zwischen denen ein Zeitraum von fünf Jahren lag, zeigen: Menschen mit Zahnfehlstellungen haben kein erhöhtes Risiko, auch Kiefer- und Gesichtsschmerzen zu bekommen.

Anders verhielt es sich bei der Schulbildung und dem Geschlecht. Hier ließ sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen diesen Faktoren und dem Auftreten von Kiefergelenksymptomen beobachten. Gut Ausgebildete leiden doppelt so häufig und Frauen 1,5-mal häufiger an temporomandibuläre Dysfunktionen (TMD) als die übrige Bevölkerung. Auf der anderen Seite - auch das ein Ergebnis der Studie - gibt es sogar Zahnfehlstellungen, die das Risiko der TMD senken können: Eine lückige Zahnstellung ohne Zahnverlust, aber auch das Zähneknirschen erweisen sich als Faktoren, die weniger häufig mit Kiefergelenkproblemen verbunden sind.

MEDICA.de; Quelle: Private Universität Witten/Herdecke