Der perinatale arteriell-ischämische Schlaganfall (perinatal arterial ischemic stroke: PAS) ist eine häufige Ursache hemiplegischer Zerebralparesen beim Kind. Ob es dafür Risikofaktoren gibt, war bislang nicht eindeutig geklärt.

Nun gibt es deutliche Hinweise, dass Komplikationen um oder während der Geburt das Risiko solcher neonataler Schlaganfälle erhöhen könnten. US-amerikanische Wissenschaftler unternahmen eine Fall-Kontroll-Studie und untersuchten die Daten aller 199.176 Kinder, die zwischen 1997 und 2002 im Rahmen des "Kaiser Permanente Medical Care Program" geboren wurden.

Dieses Programm ist ein "managed care"-Programm, an dem mehr als drei Millionen Menschen im nördlichen Kalifornien teilnehmen. Randomisiert wurden jedem betroffenen Kind mit PAS drei vergleichbare gesunde Kinder zur Seite gestellt.

Die Prävalenz der PAS beträgt 20 pro 100.000 Geburten. Die meisten Kinder (85 Prozent) kamen zeitgerecht zur Welt. Folgende Faktoren waren bei Kindern mit PAS signifikant häufiger anzutreffen als bei den gesunden Kindern: Erstgeburten (73 Prozent versus 44 Prozent, p gleich 0.002), abnormale Herzfrequenzen des Fetus (46 Prozent versus 14 Prozent, p kleiner 0.001), Notfall-Kaiserschnitt (35 Prozent versus 13 Prozent, p gleich 0.002), Chorioamnionitis (27 Prozent versus elf Prozent, p gleich 0.03), verlängerte Geburtswehen (25 Prozent versus vier Prozent, p kleiner 0.001), Vakuum-Extraktion (24 Prozent versus elf Prozent, p gleich 0.04), Abnormalitäten der Nabelschnur (22 Prozent versus sechs Prozent, p gleich 0.01), Präeklampsie (19 Prozent versus fünf Prozent, p gleich 0.01 und Oligohydramnie (14 Prozent versus drei Prozent, p gleich 0.01). Lagen mehr als ein Risikofaktor vor, erhöhte sich das PAS-Risiko deutlich.

MEDICA.de; Quelle: Journal of the American Medical Association 2005, Vol. 293, S. 723-729