Lösliches E-selectin (soluble E-selectin: sE-selectin), lösliches interzelluläres Adhäsionsmolekül 1 (soluble intercellular adhesion molecule 1: sICAM-1), und der von Willebrand factor (vWF) sind sehr sensitive Marker endothelialer Dysfunktion. In einer Studie sollte herausgefunden werden, ob erhöhte Spiegel dieser Stoffe ein erhöhtes Risiko für einen Diabetes mellitus anzeigen. Ulmer Wissenschaftler nutzten dazu die „Monitoring of Trends and Determinants in Cardiovascular Disease (MONICA)/Cooperative Research”-Datenbank der Region Augsburg.

In dieser Studie wurden die Spiegel dieser Moleküle bei 532 Patienten und 1.712 gesunden Probanden gemessen. In einer kleinen Untergruppe von Probanden wurde zudem der von Willebrand-Faktor bestimmt.

Männer und Frauen mit erhöhten Spiegeln des sE-selectin hatten ein signifikant erhöhtes Risiko, an einem Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken. Männliche Pobanden, deren sE-selectin-Werte in der oberen Tertile lagen, hatten im Vergleich zu den Werten in der untersten Tertile ein 2,63-fach erhöhtes Risiko. Bei Frauen lag das Risiko um das 1,71-fache höher.

Auch bei erhöhten Werten des sICAM-1 ist das Risiko eines Diabetes mellitus Typ 2 erhöht. Allerdings ist diese Werterhöhung abhängig von anderen Risikofaktoren des Diabetes mellitus. Zudem ist die Risikoerhöhung bei diesem Marker nicht so deutlich ausgeprägt: oberste versus unterste Tertile: Risikoerhöhung auf das 1.32-fache bei Männern und auf das 1.03-fache bei Frauen. Der Spiegel des von Willebrand-Faktor hat auf das Risiko eines Diabetes mellitus offenbar keinerlei Einfluss.

Die Tatsache, dass erhöhte Marker endothelialer Dysfunktionen ein erhöhtes Risiko für den Diabetes mellitus Typ 2 anzeigen, kann nach Ansicht der Studienleiter nur bedeuten, das solche endothelialen Dysfunktionen bei der Entstehung des Diabetes mellitus vom Typ 2 eine wichtige Rolle spielen.

MEDICA.de; Quelle: Arterioscler Thromb Vasc Biol 2006, Vol. 26, S. 398-405