Gefährliche Eiweißablagerungen stoppen

Mit Blutstammzellen heilen
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Bei Patienten mit AL-Amyloidose produzieren entartete Immunzellen im Knochenmark übermäßig ein Protein, das sich als schädliches Amyloid-Eiweiß in praktisch allen Organen ablagern kann und so deren Funktion beeinträchtigt. Nur fünf Prozent der Betroffenen sind zehn Jahre nach der Diagnose noch am Leben.

Die Hochdosis-Chemotherapie mit Transplantation von patienteneigenen Blutstammzellen heilt etwa 50 Prozent der Patienten von der Bluterkrankung und bessert die Organfunktionen mit einer deutlich verlängerten Lebenserwartung. Etwa die Hälfte der Betroffenen spricht jedoch auf die Therapie nicht an oder erleidet einen Rückfall.

Nun präsentieren Dr. Stefan Schönland und Kollegen der Europäischen Gruppe für Blut- und Knochenmarktransplantation (EBMT) neue Ergebnisse. Sie haben die Daten von 19 AL-Amyloidose-Patienten ausgewertet, die in europäischen Kliniken eine allogene oder syngene Stammzelltransplantation erhalten haben. "Bei den meisten Patienten hatten die herkömmlichen Behandlungsmethoden keine ausreichende Wirkung gezeigt", erklärt Dr. Schönland. Daher entschlossen sich die behandelnden Ärzte zur Übertragung von fremden Stammzellen - eine bei der Amyloidose bisher noch nicht erprobte Therapie.

Ein Jahr nach dem Eingriff lag die Gesamtüberlebensrate bei 60 Prozent, bei 53 Prozent der Patienten war die Krankheit nicht weiter vorangeschritten. In acht Fällen blieben die Ablagerungen fortan aus, bei zwei Patienten waren sie zumindest deutlich reduziert. Die Organschäden besserten sich bei acht Betroffenen. Positiv zu vermerken ist auch, dass sieben dieser zehn Patienten auch nach einem Zeitraum von durchschnittlich 2,5 Jahren noch am Leben sind. Die Forscher vermuten, dass das Spendertransplantat eine Immunreaktion gegen die entarteten Plasmazellen auslöst und dadurch die Erkrankung zum Stillstand kommt.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg