Damit schließt der BVZV sich der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) und dem Berufsverband der Urologen (BDU) an, die sich seit einem Jahr bemühen, den Geschäftemachern das Handwerk zu legen. In den Werbeschreiben werden in unverantwortlicher Weise Männer dazu aufgefordert, einzig und allein auf Präparate zu vertrauen, deren Wirkung in keiner Weise belegt ist, und sie werden eindringlich vor der Konsultation von Schulmedizinern gewarnt.

Der BVZV, der im Gegensatz zur DGU auch in Wettbewerbsangelegenheiten klagebefugt ist, hat eine Unterlassungsklage angestrengt, um den weiteren Versand der Werbebriefe zu unterbinden, und recherchiert jetzt europaweit über ein Netz der Verbraucherzentralen.

"Wir sind erleichtert, dass nun auch die Verbraucherzentralen unsere Ansicht teilen und sich bemühen, Patienten vor diesen selbst ernannten Wunderheilern zu schützen", sagt DGU-Pressesprecherin Dr. Margit Fisch, Leiterin des Urologischen Zentrums Hamburg.

Die Wunderheiler würden die Ängste der Männer vor Prostatakrebs nicht nur in perfider Weise schüren, sie zerstörten auch das Vertrauensverhältnis vieler Patienten zu ihrem Arzt. Es ist zu vermuten, dass die Wunderheiler Zugriff auf datengeschützte Patienteninformationen haben, da gezielt Männer angeschrieben werden, die gerade eine Prostatauntersuchung mit PSA-Test hinter sich haben oder bei denen eine Prostatakrankheit diagnostiziert wurde, erklärt Fisch.

In der Pressestelle der DGU und des BDU steht seit Wochen das Telefon nicht mehr still. Viele Urologen und Hausärzte melden sich, da deren Patienten vermuten, ihr Arzt habe die Daten weitergegeben. "Das ist selbstverständlich nicht der Fall, aber allein eine solche Vermutung kann das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt zerstören", sagt Dr. Margit Fisch.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Urologie