Gegen Kreuzschmerz und Co

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Bei Schmerzerkrankungen ist eine
ganzheitliche Behandlung wichtig;
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Kreuzschmerz ist der Spitzenreiter unter den Schmerzerkrankungen in Industrieländern. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass er bei frühzeitiger Mobilisierung vergeht wie eine Erkältung. Nur allzu oft wird dennoch Bettruhe verordnet, der Patient krankgeschrieben - Resultat einer mangelhaften Ausbildung der Ärzte, die ihr Medizinstudium absolvieren können, ohne je Schmerztherapie gelernt zu haben. "Wenn jeder Arzt die Grundlagen der Schmerztherapie beherrschte, würde sich so manche jahrelange Leidensgeschichte von vornherein vermeiden lassen", schätzt Professor Hans-Raimund Casser, Vorstandsmitglied der Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS).

Als am wichtigsten sehen die Spezialisten die Prophylaxe gegen chronische Schmerzen der Stütz- und Bewegungsorgane, insbesondere des Rückenschmerzes. Dazu müssten insbesondere Anamneseerhebung, Kenntnisse über Chronifizierungsfaktoren und die orthopädisch-manualmedizinische Untersuchung in der Ausbildung und in der Facharztweiterbildung verankert werden. Wichtig sei außerdem, dass Leistungen wie etwa Aufklärungsgespräche, klinische Untersuchung und Chronifizierungsscreening angemessen vergütet werden.

Bei Schmerzen des Bewegungs- und Stützapparats, die bereits chronisch geworden sind, helfen interdisziplinäre multimodale Therapieprogramme. Erfolgreiche Konzepte umfassen ein Behandlungsteam aus Ärzten, Psychotherapeuten, Ergo- und Physiotherapeuten, die den chronischen Schmerz als bio-psycho-soziales Problem betrachten und entsprechend ganzheitlich behandeln.

Spezialisten haben Fact Sheets zu verschiedenen Schmerzarten und Behandlungsmöglichkeiten entwickelt, die auf den Webseiten der DGSS und der Internation Association for the Study of Pain (IASP) abrufbar sind. Die DGSS plant außerdem ein internationales Symposium mit einem Arbeitskreis "Muskel und Schmerz" im Juli 2010 in Mainz.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS)