Infliximab dämpft körpereigene Entzündungsprozesse wie rheumatoide Arthritis und der Morbus Crohn, die durch das Protein TNF-alpha vermittelt werden. "Im Vergleich mit anderen, schon zugelassenen Medikamenten gegen Psoriasis zeigt Infliximab eine sehr gute Wirksamkeit", sagt Prof. Kristian Reich aus der Abteilung Dermatologie und Venerologie der Universität Göttingen.

An der Studie nahmen 378 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis teil. Die Patienten erhielten zu Beginn, nach zwei und sechs Wochen und danach im Abstand von acht Wochen Infusionen mit Infliximab oder einem Placebo. Nach 46 Wochen wurde die Behandlung beendet. Bereits nach zehn Wochen besserten sich bei acht von zehn der mit Infliximab behandelten Patienten die Symptome um mindestens 75 Prozent, berechnet nach einer Standard-Psoriasis-Skala. 57 Prozent der Patienten zeigten eine mindestens 90-prozentige Verbesserung. Bei einem Viertel der Patienten heilten die Hautveränderungen völlig ab, was bei keinem Patienten der Placebo-Gruppe der Fall war.

Infliximab wirkt, indem es die Aktivität des körpereigenen Proteins TNF-alpha neutralisiert. So vermindern sich auch "gewünschte" Abwehrreaktionen des Körpers, etwa zur Bekämpfung von Erkältungen oder Wundinfektionen. Unter Infliximab kann es daher zu schweren Infektionen kommen.

In Deutschland darf die Substanz daher vorerst nur gegen Psoriasis verwendet werden, wenn andere Behandlungen versagen. Tatsächlich kam es bei drei Patienten der Studie unter Infliximab zu schweren Infektionen. Zwei Patienten entwickelten ein Lupus-ähnliches Syndrom an der Haut und vier Patienten schwere Infusionsreaktionen.

MEDICA.de; Quelle: Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen