Gegen den Krebs im roten Spektralbereich

Ein Laserstrahl aktiviert den
Wirkstoff in den Krebszellen;
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Krebszellen gezielt ausschalten, ohne angrenzendes Gewebe zu schädigen: Ein Ideal, das klassische Krebs- Behandlungsmethoden wie Chemotherapie oder Operation nicht immer erreichen. Die photodynamische Krebstherapie dagegen kommt diesem Ziel nahe. Für diese Behandlungsmethode hat das Berliner Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH) neuartige Diodenlaser im roten Spektralbereich mit exakter Wellenlänge entwickelt.

Diese Neuentwicklung bietet bei einer Wellenlänge von 650 Nanometern optische Ausgangsleistungen mit bislang unerreichter Lebensdauer: 500 Milliwatt für Einzellaser und 5 Watt für Laserbarren. Bei der photodynamischen Krebstherapie wird eine lichtempfindliche Substanz in den befallenen Zellen angereichert. Der Wirkstoff wird aktiviert, wenn er mit Laserlicht genau dieser Wellenlänge angestrahlt wird. Durch die selektive Anreicherung und die lokale Beleuchtung wird der exakte Ort der Behandlung bestimmt und kontrolliert. Das reduziert die Nebenwirkungen auf ein Minimum.

Halbleiterlaser aus dem FBH sind klein, leistungsstark, präzise und äußerst zuverlässig. Damit bieten sie optimale Voraussetzungen für kleine und wartungsarme Systeme. Das macht sie für weitere Anwendungen in der Medizintechnik interessant, beispielsweise bei der Wunddesinfektion oder zur Behandlung von Zahnfleischerkrankungen. Dieser Lasertyp eignet sich auch für die Displaytechnologie und soll als hocheffiziente Lichtquelle künftig Lampen in Projektoren ersetzen.

MEDICA.de; Quelle: Forschungsverbund Berlin e.V.