32 Testpersonen – elf Gesunde, zehn mit einer so genannten leichten kognitiven Störung (LKS) und elf Alzheimer-Patienten – wurden von Nuklearmediziner Dr. Alexander Drzezga und seinem Team an Hand eines neuen Forschungsansatzes unter die Lupe genommen. „Wir wollten herausfinden, inwieweit Alzheimer-Patienten die Fähigkeit verlieren, Gehirnareale zu deaktivieren.“ sagt der Experte. „Wir waren erstaunt, wie deutlich die Unterschiede zwischen den Versuchsgruppen waren.“

Bei Gesunden laufen höhere, assoziative Zentren im Gehirn auf Hochtouren, in denen Wahrnehmungen interpretiert und miteinander in Zusammenhang gebracht werden. Gehirnregionen, die die Konzentration stören, werden deaktiviert. Bei kognitiv eingeschränkten und Alzheimer-Patienten schalten sich assoziative Zentren fast komplett aus – und Fähigkeiten, Verbindungen wie „meine Tochter“ herzustellen, schwinden.

Ferner war die Deaktivierung des Hörzentrums umso geringer, je schwächer sich die Denkleistungen der Testpersonen abzeichneten. Laut Drzezga lässt das darauf schließen, „dass Alzheimer-Patienten und Menschen, die kurz davor stehen, eine Alzheimer-Krankheit zu entwickeln, nach und nach die Fähigkeit verlieren, unbedeutende Sinneseindrücke auszublenden.“

Für Früherkennung und neue Therapien heißt das nun womöglich zweierlei: zum Einen die Wirkung von Medikamenten auf die Deaktivierung zu untersuchen und zum Anderen eine kognitive Therapie zu entwickeln, die Alzheimer-Patienten hilft, sich gezielt auf einzelne Sinneseindrücke zu konzentrieren und andere auszublenden.

MEDICA.de; Quelle: Technische Universität München