Gehirn reagiert auf Psychotherapie

17.04.2015
Grafik: Gehirn

Eine Psychotherapie wirkt direkt im Gehirn, wie eine neue Studie mit 18 Patienten nun nahelegt; © panthermedia.net/James Steidl

Depressionen lösen in der Regel neurobiologische Effekte aus. Eine Studie konnte nun aufzeigen, dass sich diese Hyperaktivitäten unter einer Psychotherapie normalisieren.

"Das menschliche Gehirn reagiert auf eine Depression. Insbesondere in der Amygdala, im Striatum und in anderen limbischen Regionen treten typischerweise Hyperaktivitäten auf", erklärt Svenja Taubner (Institut für Psychologie), die gemeinsam mit Kollegen der Universitäten Lübeck, Innsbruck, Heidelberg, Ulm, Bremen, Bochum und Delmenhorst an einer Studie zu den Veränderungen im Gehirn gearbeitet hat. Sie erklärt weiter: "Wir wollten eruieren, ob eine Psychotherapie, in unserem Fall eine Psychodynamische Therapie, einen Effekt auf diese Gehirnaktivitäten hat."

Die Forscher haben dazu 18 Patientinnen und Patienten, die unter einer wiederkehrenden Depression leiden und die nicht medikamentös behandelt werden, zu zwei Zeitpunkten untersucht. Dazu gab es eine Kontrollgruppe von 17 gesunden Personen. Bei allen Teilnehmern wurden individualisierte Impulse (Sätze, wie "Du würdest gerne von anderen akzeptiert werden." oder "Deshalb tust du viel für sie.") eingesetzt, auf die die erkrankten Personen vor der Psychotherapie mit Hyperaktivitäten in bestimmten Gehirnregionen reagierten.

Nach einer achtmonatigen Behandlung durch eine Psychodynamische Psychotherapie wurden die Patienten erneut untersucht. Taubner fasst die Ergebnisse zusammen: "Wir konnten zeigen, dass die Veränderungen im limbischen System, die durch individuell zugeschnittene und klinisch relevante Inhalte reflektierende Stimuli ausgelöst werden, bereits nach 8 Monaten normalisiert werden können."

MEDICA.de; Quelle: Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

Mehr über die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt unter: www.uni-klu.ac.at