Bei vielen älteren Menschen ohne neurologische Erkrankungen zeigen sich Veränderungen in der weißen Gehirnsubstanz (ARWMC). In etwa einem Drittel der Fälle sollen die Veränderungen leicht bis mittel schwer sein. Klinisch kann sich das zum Beispiel in Schwierigkeiten beim Laufen, kognitiven Beeinträchtigungen, Harninkontinenz und Depressionen äußern.

Nähere Daten dazu kommen jetzt von der „Leukoaraiosis and Disability (LADIS)“-Studie. 639 Personen nahmen daran teil, ihr Durchschnittsalter lag bei 74.1 Jahren, 45 Prozent waren Männer. Alle Probanden unterzogen sich einer MRI und bei allen zeigten sich Veränderungen in der weißen Gehirnsubstanz. Diese Veränderungen wurden als leicht, mittelschwer oder schwer klassifiziert.

Ein Jahr nach Beginn der Studie untersuchte man 619 dieser Patienten erneut anhand der „Instrumental Activities of Daily Living (IADL)“-Skala. Zu Beginn der Studie waren 506 der Probanden gemäß der IADL-Skala unabhängig, 113 hatten Einschränkungen in den Aufgaben des täglichen Lebens. Bei der zweiten Untersuchung ein Jahr nach Beginn der Studie waren bereits deutlich mehr Personen in mindestens einem Punkt ihrer Alltagsaktivitäten eingeschränkt.

Als man diese Einschränkungen mit den MRI-Befunden verglich, zeigte sich ein klarer und signifikanter Zusammenhang: Bei leichten Veränderungen der weißen Gehirnsubstanz verschlechterte sich die Alltagstauglichkeit von neun Prozent der Probanden, bei mittelschweren Veränderungen veränderte sich die Situation bei 15 Prozent der Probanden und im Falle schwerer Veränderungen bei 26 Prozent der Probanden.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Internal Medicine 2007, Vol. 167, S. 81-88