Gehirnzellen steuern Fruchtbarkeit

Foto: Schwangerschaftstest

Falsch arbeitende Gehirnzellen
können Unfruchtbarkeit bei der Frau
auslösen; © A. Morlok/Pixelio.de

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht von Professor Allan Herbison und Doktor Rebecca Campell, Forscher am Centre for Neuroendocrinology der neuseeländischen University of Otago, klärt bisher offene Fragen darüber, wie Gehirnzellen ihre zentrale Funktion zur Regelung der Fruchtbarkeit ausüben. In Ihrer Arbeit konzentrieren sich die Wissenschaftler auf eine kleine und relativ zerstreute Zellpopulation, die als Gonadoliberin (GnRH) Neuronen bekannt ist. Ihre Kommunikationsart war bisher unbekannt.

Herbison zufolge arbeiten circa eintausend GnRH-Neuronen zusammen, um hormonelle Impulse auszusenden, die für jene Kaskade von Ereignissen im Körper zuständig sind, die den Eisprung und andere dazugehörige Prozesse ermöglichen. "Ohne die regelmäßigen Hormonausschüttungen ins Blut - die circa einmal pro Stunde stattfinden - können die weiteren, die Fruchtbarkeit ermöglichenden, Prozesse nicht stattfinden", so Herbison.

Bei Versuchen mit Mäusen fanden die Forscher mit Hilfe von hochmodernen Bildgebungstechniken heraus, dass die GnRH-Neuronen auf eine ungewöhnliche Weise interagieren. Die meisten Neuronen nutzen zur Kommunikation chemische Synapsen. Im Gegensatz dazu scheinen die GnRH-Neuronen durch lange verzweigte Zellfortsätze miteinander verbunden zu sein, die als Dendriten bekannt sind.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass etwa ein Drittel aller Unfruchtbarkeitsfälle bei Frauen auf Fehlfunktionen von Kontrollmechanismen im Gehirn zurückzuführen sind. Durch die neuen Erkenntnisse über die Interaktion der GnRH-Neuronen erschließen sich interessante Möglichkeiten für die Entwicklung neuartiger Therapien. Dabei könnten Substanzen eingesetzt werden, die die Aktivität der GnRH-Neuronen gezielt kontrollieren.

MEDICA.de; Quelle: Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund