Studien haben gezeigt, dass randomisierte, kontrollierte Studien, die von einem Pharmaunternehmen bezahlt werden, dazu neigen, Ergebnisse zu erbringen, die den untersuchten Wirkstoff des Pharmaunternehmens begünstigen. Doch gilt dies auch für Meta-Analysen, bei denen verschiedene Studien zum gleichen Thema zusammen gefasst und einer Re-Analyse unterzogen werden?

Offensichtlich sind auch Meta-Analysen anfällig für den Einfluss von Pharmaunternehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Dr. Veronica Yank von der Stanford University. Die Wissenschaftler untersuchten 124 Meta-Analysen. Dabei interessierten sie sich für finanzielle Verflechtungen der Studienleiter oder Auftraggeber der Studie mit einem bestimmten Pharmaunternehmen. Dann verglichen sie die Ergebnisse und Schlussfolgerungen der Meta-Analysen mit diesen finanziellen Verflechtungen. Bei dieser Untersuchung ging es ausschließlich um Meta-Analysen zu blutdrucksenkenden Wirkstoffen. Bei 49 dieser Meta-Analysen (40 Prozent) bestanden finanzielle Verflechtungen mit einem Pharmahersteller.

Dr. Yank und ihre Arbeitsgruppe fanden heraus, dass jene Ergebnisse von Meta-Analysen, die in Bezug auf bestimmte Medikamente oder Therapieoptionen positive Schlussfolgerungen brachten, eher finanzielle Verflechtungen zu Pharmafirmen haben als Studien, die zu einem eher neutralen oder negativen Ergebnis kamen.

Bei 27 von 49 Meta-Analysen, die von einem einzigen Pharmaunternehmen finanziert worden waren, waren die Ergebnisse positiv, aber bei 45 von diesen 49 kamen die damaligen Studienautoren zu einem positiven Schluss ihrer Untersuchung. Bei jenen Meta-Analysen dagegen, die finanzielle Verbindungen zu Non-Profit-Organisationen hatten, stimmten die Ergebnisse und die Schlussfolgerung gut überein.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2007, 335, S. 1202-1205