Gelder für Forschung an Viren und Bakterien

Viele gefährliche Infektionskrankheiten werden vom Tier auf den Menschen übertragen. Zu diesen als Zoonosen bezeichneten Erkrankungen gehören beispielsweise die durch Viren hervorgerufene Grippe und bakterielle Infektionen wie die Salmonellose. Die Fragen, warum und wie ein Erreger vom Tier auf den Menschen überspringt und dort Krankheiten auslöst, sind noch weitgehend ungeklärt.

Das BMBF fördert daher seit kurzem eine Reihe von bundesweiten Forschungsnetzwerken, die sich mit den Anpassungsvorgängen der Erreger befassen. Neue Erkenntnisse sind von zentraler Bedeutung, um künftig zoonotisch übertragene Krankheitserreger zu bekämpfen.

Die Infektionsforschung in Münster profitiert umfangreich von dieser Förderung: Annähernd 10 Prozent der insgesamt vom BMBF zur Verfügung gestellten Fördergelder gehen an Forschungsinstitute des Universitätsklinikum Münster. In einem Netzwerk zur Erforschung lebensmittelbedingter zoonotischer Infektionen durch Bakterien werden in Münster drei Projekte gefördert (Projektleiter: Professor Dr. Helge Karch, Dr. Alexander Mellmann, Institut für Hygiene und Professor Dr. Dag Harmsen, Poliklinik für Parodontologie).

Ein weiteres Netzwerk zur Erforschung von Influenza-Viren, den Erregern der Virusgrippe, wird von Münster aus geleitet. Profesor Dr. Stephan Ludwig, der erst vor drei Jahren das Institut für Molekulare Virologie übernommen und die Influenza-Forschung in Münster etabliert hat, ist Koordinator des Netzwerks mit dem Namen "FluResearchNet". Gemeinsam mit Professor Dr. Johannes Roth, Leiter des neu eingerichteten Instituts für Immunologie wird Ludwig zwei Teilprojekte in diesem Netzwerk leiten.

Im Juni 2008 wird erstmals eine internationale Konferenz mit bekannten Virologen zum Thema Influenza in Münster stattfinden.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Münster