Gemeinsam gegen das gestörte Immunsystem

Wegbereíter für den Brücken-
schlag: Professor Lorenz
© Uni Heidelberg

"Die Klinische Immunologie hat in den letzten Jahren Fortschritte wie kein anderes Fach gemacht", erklärt Professor Dr. Hanns-Martin Lorenz, Leiter der Sektion Rheumatologie. "Besonders die Behandlung mit monoklonalen Antikörpern, zeigt bei verschiedenen Autoimmunerkrankungen gute Ergebnisse."

Diese Eiweißstoffe binden gezielt an entzündungsfördernde Stoffe im Körper des Patienten und bremsen so den Krankheitsverlauf. "Wir werden bald weitere Antikörper anwenden können, die chronische Entzündungen hemmen und ebenso wenige Nebenwirkungen haben. Dies zeigen viel versprechende klinische Studien."

Ein fachübergreifende Zusammenarbeit findet auch im Uveitiszentrum am Otto-Meyerhof-Zentrum des Heidelberger Klinikums statt: Augenärzte und Rheumaspezialisten bieten gemeinsam eine Uveitis-Sprechstunde an. Die Uveitis ist eine chronische Augenentzündung, die unbehandelt zur Erblindung führen kann. Bei etwa einem Drittel der Patienten ist sie Bestandteil einer rheumatischen Erkrankung.

"Unsere gemeinsame Sprechstunde bietet viele Vorteile", bilanzierte Privatdozent Dr. Matthias Becker, Oberarzt an der Universitätsaugenklinik. "Überflüssige Tests und zusätzliche Arzttermine werden vermieden. Die Therapie kann besser auf die vielfältigen Beschwerden des Krankheitsbildes abgestimmt werden."

Einen Brückenschlag zwischen den Disziplinen unternehmen auch die Herzspezialisten: "Bei Patienten mit rheumatologischen Erkrankungen ist das Risiko, eine Arteriosklerose zu entwickeln, um das fünf- bis zehnfache erhöht", erklärte Privatdozent Dr. Thomas Dengler, Oberarzt der Kardiologie-Abteilung. "Daher werden wir in Zukunft mit den Experten aus der Rheumatologie eine Kooperationssprechstunde 'Herz und Rheuma' anbieten."

MEDICA.de; Quelle: Medizinische Universitätsklinik Heidelberg