Gen-Check soll Metastasen vorhersagen

Überführt: 39 Gene verursachen
Metastasen;© NCI Visuals Onilne

Die Forscher konnten nachweisen, dass bei Lungenkrebs insgesamt 39 Gene eng mit dem späteren Auftreten von Fernmetastasen verbunden sind. Dabei konzentrierten sie sich bei ihren Untersuchungen vor allem auf das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom. Bei dieser Art des Krebses entstehen häufig Fernmetastasen, selbst wenn es im frühen Stadion herausoperiert wird. Die Wissenschaftler möchten nun anhand funktioneller Untersuchungen feststellen, wie und durch welche Mechanismen die identifizierten Gene die Fähigkeiten des Tumors zur Metastasenbildung erhöhen.

Die Aussicht auf Heilung ist bei Lungenkrebs nach wie vor schlecht, denn ein Teil der Patienten entwickelt nach der operativen Entfernung des Tumors Fernmetastasen. Dank der Entdeckung dieser Gene, sollen die Ärzte in Zukunft genauer vorhersagen können, welche Patienten ein erhöhtes Risiko haben, an Tochtergeschwülsten zu erkranken. Bei ihnen würde nach der Operation noch eine Chemotherapie durchgeführt, die eine erneute Erkrankung verhindern soll. Den anderen Patienten könnte die belastende Behandlung erspart bleiben.

Um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen, arbeiten die Forscher nun an der Entwicklung eines Genchips mit dem gleichzeitig bis zu 250 Gene analysiert werden können. Durch einen Gen-Check könnte für jeden Erkrankten schnell und zuverlässig das individuelle Risiko für Metastasen vorhergesagt werden. Die Therapiestrategie könnte der Erkenntnis dann angepasst werden.

Lungenkrebs gehört weltweit zu den häufigsten Tumorerkrankungen. Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr mehr als 42.000 Menschen an dieser Krebsart.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Münster