Gen-Schweine sollen Organbedarf decken

Genforscher arbeiten am optimalen
Organspende-Schwein
© PixelQuelle.de

Bei vielen terminalen Organerkrankungen ist eine Transplantation die einzige lebensrettende Maßnahme. Immer noch aber stehen weltweit nicht genug Spenderorgane zur Verfügung.

Der Arbeitsgruppe um Professor Eckhard Wolf und Dr. Regina Klose vom Lehrstuhl für Molekulare Tierzucht und Biotechnologie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München gelang jetzt die Züchtung eines genetisch veränderten Schweines, dessen Organe möglicherweise vor menschlichen Immunzellen geschützt sind.

"Schweineorgane lösen nach Transplantation in Primaten eine komplexe Kaskade von Abstoßungsmechanismen aus", berichtet Wolf. "Langfristig kann dies nur durch genetische Modifikationen der Spenderschweine überwunden werden."

Wolf und seinem Team gelang jetzt die Erzeugung so genannter "TRAIL"-transgener Schweine. Diese Tiere tragen - anders als ihre ursprünglichen Artgenossen - das Protein humaner TNF alpha-related apoptosis-inducing ligand auf ihren Zelloberflächen. "Dies soll die Schweinezellen nach Transplantation vor angreifenden menschlichen Immunzellen schützen", so Wolf. "Experimente in Zellkulturen haben bereits gezeigt, dass TRAIL einen derartigen Effekt haben kann."

In weiteren Versuchen soll nun geklärt werden, ob der Mechanismus auch in lebenden Tieren funktioniert. Letztlich müssen für den langfristigen Erfolg der Xenotransplantation verschiedene genetische Modifikationen der Spenderschweine kombiniert werden. Die Münchener Biotechnologen nutzen dafür Lentiviren als Vektoren, also Genfähren.

Die Kombination verschiedener Strategien zur Überwindung der Abstoßungsreaktion ist Ziel der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Transregio-Forschergruppe "Xenotransplantation", die von Professor Bruno Reichart von der Herzchirurgischen Klinik der LMU München koordiniert wird.

MEDICA.de; Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München