Bild: Verdauungsapparat 
Bei Morbus Crohn können Teile
des gesamten Magen-Darm-
Tracktes entzündet sein
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Morbus Crohn kann als Immunerkrankung betrachtet werden. Studien deuten darauf hin, dass ein geschwächtes Immunsystem den chronischen Befall der Schleimhaut durch Krankheitserreger begünstigt. Auch könnten erbliche Defekte in Risikogenen die Entstehung von Morbus Crohn begünstigen.

Eine Gruppe von Genen, deren Defekte mit der Entstehung von Morbus Crohn in Verbindung stehen, sind die Defensine. Sie wirken wie natürliche Antibiotika und wehren infektiöse Bakterien in den Schleimhäuten ab. Eine ähnliche Rolle fanden die Forscher um PD Dr. Jan Mollenhauer und Professor Annemarie Poustka im Deutschen Krebsforschungszentrum für das Gen DMBT1.

Das Genprodukt von DMBT1 kommt wie die Defensine in der Darmschleimhaut vor und spielt dort wahrscheinlich bei der Abwehr von Viren und Bakterien eine wichtige Rolle. Die Forscher stellten fest, dass bei Patienten mit chronisch- entzündlichen Darmerkrankungen (CED) die Aktivität von DMBT1 in entzündeten Gewebebereichen des Darms besonders hoch ist.

Sie untersuchten daraufhin, ob Defekte im Gen zu einem erhöhten Risiko für chronische Darmentzündungen führen und verglichen dazu die Erbinformation von CED-Patienten mit der von gesunden Probanden. Tatsächlich fanden sie einen Gendefekt in DMBT1, der bei Morbus-Crohn- Kranken deutlich häufiger auftritt als bei gesunden Menschen.

Um nachzuweisen, dass ein Defekt in DMBT1 sich direkt auf das Krankheitsrisiko auswirkt, inaktivierten die Forscher in Mäusen das Gen für DMBT1, dann reizten sie den Darm mit einer Chemikalie. Mäuse, deren DMBT1-Gen ausgeschaltet war, zeigten stärkere Entzündungsreaktionen als Tiere mit einer intakten Kopie des Gens. Daraus schlossen die Wissenschaftler, dass DMBT1 chronischen Entzündungen im Darm entgegenwirkt. Fehlt dieses Gen oder ist es defekt, besteht ein erhöhtes Risiko für Morbus Crohn.

MEDICA.de; Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum