Nikotinpflaster und Bupropion wirken durch unterschiedliche biochemische und physiologische Mechanismen bei der Raucherentwöhnung. Schon lange hat man vermutet, dass es neben der Willenskraft des Einzelnen möglicherweise auch noch andere Faktoren gibt, die über den Erfolg der Raucherentwöhnung entscheiden.

Dies hat nun eine Studie auf genetischer Ebene untersucht: 550 Raucher im Alter zwischen 18 und 65 Jahren wurden in verschiedene Studien zur Raucherentwöhnung aufgenommen. Die Studien fanden an unterschiedlichen medizinischen Zentren statt. Dabei erhielten die Probanden entweder Bupropion oder eine Nikotinersatztherapie per Pflaster oder nasal, jeweils getestet gegen Placebo. Die Wissenschaftler bestimmten dabei die Kotinin- beziehungsweise Kohlenmonoxidspiegel, wodurch sie beweisen konnten, ob ein Proband tatsächlich abstinent blieb oder doch wieder rauchte.

Insgesamt 241 Probanden hatten Erfolg mit dieser Therapie: Sie blieben dauerhaft abstinent. Bei 309 Probanden gelang dies nicht und sie rauchten nach Ende der Studie wieder.

In beiden Gruppen – den Erfolgreichen und Nicht-Erfolgreichen – bestimmte man bei 20 Personen die DNA. Die Wissenschaftler legten ihr Augenmerk dabei auf bestimmte einfache Nukleotid-Polymorphismen, die sich in beiden Gruppen signifikant unterschieden. Dabei konnten die Wissenschaftler insgesamt 26 Gene identifizieren, deren Ausprägung den Erfolg einer Bupropion-Abstinenztherapie bestimmte. Weitere 41 Gene halfen mit, die Nikotinersatztherapie zum Erfolg oder Misserfolg werden zu lassen.

Wissenschaftler waren erstaunt von diesen Befunden. Offensichtlich bestimmen die Gene die Ausprägung neuronaler Verschaltungen im Gehirn und beeinflussen damit den Raucherstatus. Bald wird man wohl zunächst die DNA eines Rauchers analysieren, bevor man ihm dann eine maßgeschneiderte Entwöhnungstherapie anbietet.

MEDICA.de; Quelle: Archives of General Psychiatry 2008, Vol. 65, S. 683–693