Bild: Ein angebissener Donut 
Geahnt hat es mancher: Die
vielen Kilos liegen nicht nur
an der Schokolade; © Hemera

FTO ist die Abkürzung für den englischen Begriff "fat mass and obesity associated". "Die Veränderungen in diesem Fettmasse- und Übergewichts- assoziiertem Gen bedingt direkt und unmittelbar die Fettmasse und das Übergewicht eines Menschen", so Prof. Dr. Wieland Kiess von der Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder und Jugendliche der Universität Leipzig.

Zweiundzwanzig Prozent des Risikos bei allgemein auftretendem Übergewicht lassen sich laut Kiess auf die Veränderungen im FTO-Gen zurückführen. "Wenn man bedenkt, dass Übergewicht und Adipositas zur Hälfte genetisch bedingt sind, und allein dieses Gen für 22 Prozent zuständig ist, dann kann man die Bedeutung unserer Entdeckung ungefähr ermessen", so Kiess weiter.

Allerdings müssen die Forscher nun noch klären, welche Rolle im genetischen Netzwerk das FTO-Gen genau spielt. Um das Übergewicht oder eine Adipositas auszulösen, kämen sicher noch weitere Gene hinzu.. Die Entdeckung der Mediziner könnte jedoch eines Tages dazu beitragen, die Behandlung des durch das veränderte FTO-Gen hervorgerufenen Übergewichts zu ermöglichen.

Herausragendes Merkmal des Leipziger Beitrags zu der Studie der Arbeitsgruppen war laut Kiess die genaue Definition der hier untersuchten Bevölkerungsgruppe. "Wir haben dazu unser Leipziger Schulkinderprojekt genutzt, in dessen Rahmen über 2.500 Schülerinnen und Schüler untersucht wurden", erklärt der Mediziner.

Dadurch wisse man sehr genau zum Beispiel über den Gesundheitsstatus, die diabetische Stoffwechsellage, über den Kohlenhydratstoffwechsel und den Blutdruck der untersuchten Personen Bescheid. Zudem habe man unter strenger Beachtung des Datenschutzes auch die Möglichkeit genutzt, nach dick machenden Genen zu suchen.

Aus diesem Datenbestand flossen Angaben von 283 übergewichtigen und 700 schlanken Kindern in die Studie ein. "Das sind schon sehr stabile Zahlen bei einer Gesamtzahl von 2.900 übergewichtigen Probanden und 5.100 Kontrollpersonen", so Kiess.

MEDICA.de; Quelle: Universität Leipzig