Genprofil als Entscheidungshilfe für Therapie

Nicht alle Patientinnen profitieren
gleichermaßen von der Chemo-
therapie; © NCI Visuals Online

Ein innovatives Therapieschema bei Brustkrebs ist die Kombination von Gemcitabine, Docetaxel und Doxorubicin. Ärzte und Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Heidelberger Universitäts-Frauenklinik haben nun einen Test entwickelt, der vorhersagt, bei welchen Patientinnen diese Medikamentenkombination zu einer vollständigen Vernichtung der Tumorzellen in der Brust führt.

Der Test wird an Biopsiematerial aus Krebsknoten durchgeführt. In die Untersuchung waren hundert Brustkrebspatientinnen einbezogen, deren Tumoren noch keine Metastasen abgesiedelt hatten.

Mit einem Genchip, der 21.139 menschliche Gene repräsentiert, identifizierten die Forscher in den Krebszellen einer Gruppe von Patientinnen ein bestimmtes Muster an Genaktivitäten. Dieses Aktivitätsprofil kennzeichnet solche Tumoren, die durch die Dreifachtherapie komplett eliminiert werden. Bei einer zweiten Gruppe von erkrankten Frauen wurde anschließend gezeigt, dass anhand dieses Aktivitätsmusters der Erfolg der Dreifachtherapie vorhergesagt werden kann.

Das auch als "Signatur" bezeichnete Aktivitätsmuster der Chemotherapie-sensiblen Tumoren umfasst 512 verschiedene Gene. Die meisten davon tragen die Information für Proteine, die an der DNA-Reparatur oder der Apoptose beteiligt sind oder die ihrerseits die Aktivität anderer Gene regulieren.

"Entscheidend für den prognostischen Wert unseres Tests ist, dass wir nicht einfach das Ansprechen auf die Dreifachtherapie untersucht haben, sondern uns auf die vollständige Tumorrückbildung konzentrieren. Dadurch erhöhen wir die Aussagekraft des Tests", sagt Professor Peter Lichter aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum. "Ob und wann der Test in der klinischen Routine eingesetzt werden kann, müssen nun Untersuchungen an größeren Gruppen von Patientinnen zeigen."

MEDICA.de; Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum