In vitro-Studien haben gezeigt, dass Doxycyclin den Abbau von Kollagen Typ XI hemmen kann, den Spiegel Kollagen-abbauender Enzyme senkt und weitere positive Effekte für das Bindegewebe hat. Da lag es nahe, diesen Wirkstoff bei Patienten mit Kniearthrose zu testen.

Das haben nun Wissenschaftler der University of Indianapolis getan. Sie wählten 431 übergewichtige Frauen zwischen 45 und 64 Jahren aus, die alle an einer radiographisch nachgewiesenen unilateralen Kniearthrose litten. Randomisiert erhielten sie 30 Monate lang 100 mg Doxycyclin zwei Mal täglich oder Placebo.

16 Monate nach Beginn der Behandlung konnten die Wissenschaftler radiographisch nachweisen, dass die Gelenkspaltverschmälerung unter Doxycyclin 40 Prozent geringer ausfiel als unter Placebo (durchschnittlich 0.15mm versus 0.24mm). Nach 30 Monaten war die Verschmälerung immerhin noch 33 Prozent geringer als in der Vergleichsgruppe (durchschnittlich 0.30mm versus 0.45mm).

In Bezug auf Schmerzen stellten die Studienleiter keinen Unterschied zwischen beiden Gruppen fest. Die Schmerzen waren zu Studienbeginn moderat und blieben es auch während der Studienphase. Leichte Vorteile für die Patienten unter dem Verum ergaben sich dann aber doch, als man die Arztbesuche nach Ende der Studie mit berücksichtigte: Patienten unter Doxycyclin berichteten signifikant seltener davon, dass sich ihre Schmerzen seit dem letzten Arztbesuch deutlich verschlechtert hätten.

Doxycyclin hatte übrigens keinerlei Einfluss auf die Breite des Gelenkspaltes im kontralateralen gesunden Knie. Allerdings klagten die Frauen unter dem Verum häufiger über Vaginitis, nichtspezifische gastrointestinale Symptome und Sonnenempfindlichkeit.

MEDICA.de; Quelle: Arthritis & Rheumatism 2005, Vol. 52, S. 2015-2025