Rückenschmerzen im unteren Lendenwirbelbereich betreffen angeblich täglich bis zu 5,6 Prozent aller Menschen. Die Lebenszeitprävalenz liegt bei 60 bis 70 Prozent. 30 bis 60 Prozent der Patienten erholen sich binnen einer Woche, immerhin bis zu 90 Prozent innerhalb von sechs Wochen und 95 Prozent in zwölf Wochen. Allerdings kommt der Rückenschmerz bei 40 Prozent der Betroffenen innerhalb von sechs Monaten wieder.

Bei der klinischen Untersuchung kommt es vor allem darauf an, jene Patienten zu identifizieren, die eine weitergehende chirurgische Behandlung benötigen, zum Beispiel nach einer Diskushernie. Bildgebende Verfahren kommen erst dann in Frage, wenn eine konservative Therapie vier bis sechs Wochen lang vergeblich geblieben ist. Wenn, dann sollte eine Magnetresonanztomographie bevorzugt werden. Weiterhin sagen die Empfehlungen der Fachzeitschrift:

Medikamente der ersten Wahl bei Rückenschmerzen im Lendenwirbelsäulenbereich sind Nicht-steroidale Antirheumatika, Acetaminophen und Muskelrelaxantien. Die „number-needed-to-treat“ um 50 Prozent Schmerzreduktion zu erreichen liegt bei zwei bis drei Patienten.

Orale Opioide sollten nur als zweite oder dritte Wahl in Erwägung gezogen werden. In der Regel sind sie anderen Analgetika nicht überlegen. Orale Kortikosteroide haben in Studien kaum Wirkung gezeigt.

Die Experten raten von Bettruhe ab. Vielmehr sollte man Patienten dazu anhalten, sich zu bewegen. Ob es viel bringt, Patienten zu schulen, bleibt umstritten. Immerhin könnte sich dabei die Rekonvaleszenz verkürzen. Spezielle Gymnastiktechniken für Rückenschmerzen im LWS-Bereich sind nicht sinnvoll. Massage kann nicht schaden, doch die Wirksamkeit ist nicht bewiesen. Wärme tut dem schmerzenden Rücken besser als Kälte.

MEDICA.de; Quelle: American Family Physician 2007, Vol. 75, S. 1181-1188