Darauf deuten Daten des „Kidney Early Evaluation Program (KEEP)“ hin, die jetzt bei den „National Kidney Foundation 2008 Spring Clinical Meetings“ in Dallas, Texas, in den USA vorgestellt wurden. Außerdem flossen in diese Untersuchung auch umfangreiche Angaben aus dem „National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES)“ ein.

An KEEP hatten 69.244 freiwillige Probanden im Durchschnittsalter von 53,4 Jahren teilgenommen, die sich regelmäßig untersuchen ließen. Dazu gehörten auch Parameter der Nierenleistung wie die glomeruläre Filtrationsrate. In NHANES flossen Daten von 17.061 Teilnehmern ein.

Bei 26,8 Prozent der KEEP-Teilnehmer diagnostizierten die Wissenschaftler eine chronische Nierenerkrankung, die mitunter nur labormedizinisch nachweisbar war. Unter den NHANES-Teilnehmern galt dies für 15,3 Prozent der Probanden.

Die KEEP-Datenbank zeigte, dass 16,5 Prozent aller Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung einen Myokardinfarkt oder Schlaganfall erlitten, aber nur 7,8 Prozent jener Probanden, deren Nierenwerte völlig in Ordnung waren. In der NHANES-Datenbank lagen die entsprechenden Werte bei 15,1 Prozent beziehungsweise 3,7 Prozent. KEEP zeigte auch, dass das Mortalitätsrisiko bei einer chronischen Nierenerkrankung vierfach erhöht ist.

Auf der Basis dieser Daten schließen die Studienleiter, dass chronische Nierenerkrankungen in der Normalbevölkerung unabhängige Prädiktoren für Myokardinfarkte und Schlaganfälle sind. Vor dem Hintergrund dieser Befunde schreiben die Autoren, dass der Normalbürger dem Zustand seiner Nieren mehr Aufmerksamkeit widmen sollte. Außerdem fordern sie von der Industrie die Entwicklung neuer und besserer Testverfahren, um nachlassende Nierenleistungen schon bei jüngeren Patienten nachweisen zu können.

MEDICA.de; Quelle: National Kidney Foundation 2008 Spring Clinical Meetings Abstract 282