Das Rektum ist normalerweise leer. Nur während der Defäkation dient es als Passage für den Kot. Die Defäkation wird durch einen inneren und einen äußeren analen Sphinktermuskel gesteuert. Ist die Funktion eines der beiden oder auch beider Muskeln gestört, kann es zur Inkontinenz kommen.

Beim Geschlechtsverkehr dringt der Penis in die Vagina der Frau ein und wird dort in der Regel rhythmisch bewegt. Von diesen Bewegungen sind auch die beiden Sphinktermuskeln der Frau berührt. Normalerweise hat das keine Auswirkungen auf die Kontinenz der Frau. In seltnen Fällen kann es aber dazu kommen, dass Frauen beim Geschlechtsverkehr inkontinent werden und Stuhl oder zumindest Luft entweicht. Mediziner haben vermutet, dass dies an einer verborgenen analen Sphinkterstörung liegen könnte. In einer Studie mit 18 Frauen wurde dies nun näher untersucht.

Alle 18 Frauen im Durchschnittsalter von 44 Jahren konnten unter normalen Bedingungen ihren Stuhl und ihre Darmgase kontrollieren. Beim Geschlechtsverkehr ging ihnen aber häufig Luft ab. Diese Frauen, die alle mehrere Kinder geboren hatten, wurden mit einer Gruppe von neun völlig gesunden Frauen verglichen, die ihren Darm auch beim Geschlechtsverkehr unter Kontrolle hatten.

In verschiedenen Untersuchungen zeigte sich, dass die Druckverhältnisse in den Spinktermuskeln im normalen Zustand und bei der Defäkation in beiden Gruppen gleich waren. Die 18 betroffenen Frauen hatten jedoch einen schwächeren rekto-analen Hemmreflex. Bei rektalen Kontraktionen war der anale Druck deutlich niedriger als in der Kontrollgruppe. Außerdem hatten diese Frauen deutlich häufiger und auch mehr Stuhlreste im Rektum als die Frauen der Kontrollgruppe.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Gynecology and Obstetrics
Vol 275, S. 33-37