Auf der Suche nach einem geeigneten Krankenhaus steht Patienten ab Herbst dieses Jahres eine verbesserte Informationsquelle zur Verfügung: Der "Qualitätsbericht 2007". Der Report informiert beispielsweise darüber, welche Klinik welche Operation wie oft und mit welchem Ergebnis durchführt. Das erhöht die Transparenz und damit auch die Autonomie des Patienten, was die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) ausdrücklich begrüßt.

Der Bedarf an Informationen über die Qualität medizinischer Leistungen ist bei Patienten groß. Verlässliche Auskünfte zu erhalten, ist allerdings derzeit noch schwer. Der Qualitätsbericht 2007 legt für eine Auswahl von Leistungen Daten offen, die eine direkte Beurteilung der Behandlung ermöglichen sollen. Zu den zehn berücksichtigten Versorgungsbereichen gehören unter anderem der Einsatz von Herzschrittmachern und die Entfernung der Gallenblase.

Für die einzelnen Eingriffe sind so genannte Qualitätsindikatoren festgelegt, die Rückschlüsse auf den Erfolg der Behandlung erlauben. Klinikinterne Ergebnisse müssen vollständig und in einer für den Patienten verständlichen Form veröffentlicht werden. "Dadurch wird die Autonomie des Patienten gestärkt und ihm eine partnerschaftliche Entscheidungsfindung ermöglicht", sagt Professor Dr. med. Hartwig Bauer, Generalsekretär der DGCH. "Für die Kliniken werden die Chirurgie und die chirurgische Leistung zu einer "Marke", mit der sie auch für sich werben können."

Eine der größten Herausforderungen besteht darin, über eine sogenannte Risikoadjustierung eine Verzerrung der Daten zu vermeiden: Kliniken, in denen viele schwierige Fälle behandelt würden, bekämen schließlich andere Ergebnisse als jene, in denen ausschließlich leichtere Fälle behandelt würden, so Bauer. "Wir müssen dafür Sorge tragen, dass Kliniken nicht auf komplizierte Patienten und schwierige Behandlungen verzichten, um ihre Statistik zu verbessern".

MEDICA.de; Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften