Dies gefährde laut der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) die Qualität der Versorgung der Patienten, zudem seien zahlreiche rechtliche Fragen ungeklärt. Die DGCH sieht allerdings dringenden Handlungsbedarf für die Entlastung der Chirurgen von primär nicht-ärztlichen Tätigkeiten Eine Akademisierung der Assistenzberufe lehnt die DGCH ab.

Die aktuellen Bestrebungen von Klinikträgern und Krankenhausleitungen, zunehmend ärztliche Leistungen von nicht-ärztlichem Personal erbringen zu lassen, sind in erster Linie ökonomisch begründet. Ziel ist es, kostenintensive ärztliche Arbeit einzusparen. "Was wir jedoch brauchen, ist endlich die seit langem nachdrücklich geforderte Entlastung der Chirurgen von nicht-ärztlichen Tätigkeiten", betont Professor Dr. med. Hartwig Bauer, Generalsekretär der DGCH in Berlin.

Dazu gehören Dokumentation und Kodierung zur Erlössicherung, Terminabstimmung, das Sammeln von Befunden, Schreibarbeiten oder auch Leistungen, die Pflegekräfte übernehmen können, wie Blutabnahmen und Infusionen.. "In Deutschland machen Ärzte Schwesternarbeiten und Schwestern machen Hilfsarbeiten. Würde dies endlich korrigiert, wären weitergehende Überlegungen überflüssig", so Bauer.

In den USA oder England assistieren Chirurgisch- Technische Assistenten (CTA) bei der Operation und übernehmen zum Beispiel den Wundverschluss. "Fraglich ist, ob eine Klinik damit dem Patienten zukünftig eine gleichwertige Versorgungsqualität nach Facharztstandard in allen Phasen der Behandlung bieten kann", so Professor Bauer. Die DGCH warnt vor diesem Hintergrund auch vor einer Deprofessionalisierung des chirurgischen Berufes. Juristisch tut sich zudem ein Graubereich auf.

MEDICA.de; Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften