Die Zufriedenheit eines Patienten mit seinem Arzt hängt ganz entscheidend auch davon ab, ob er die Informationen versteht, die ihm der Arzt gibt. Untersuchungen haben gezeigt, dass Krebspatienten davon profitieren, wenn das Gespräch mit dem Onkologen auf Kassette mitgeschnitten und den Patienten ausgehändigt wird. Sie haben somit die Möglichkeit, sich zu Hause das Gespräch mehrfach anzuhören.

Man weiß auch, dass Mütter auf neonatologischen Intensivstationen oft nicht mitbekommen, was der Arzt ihnen zum Zustand des Kindes sagt. Da lag die Idee nahe, die Gespräche der Mütter mit dem Arzt auf neonatologischen Intensivstationen ebenfalls mitzuschneiden und den Müttern auszuhändigen.

Dies hat man nun in einer Studie untersucht, an der 200 Mütter in Australien teilnahmen. Alle hatten ihr Neugeborenes auf einer neonatologischen Intensivstation. Bei 102 Frauen zeichnete man die Gespräche mit dem zuständigen Arzt auf Kassette auf, bei den 98 anderen blieb es beim einfachen Gespräch.

91 Prozent der Frauen, denen man das Band mitgegeben hatte, hörten es sich zu Hause mehrfach an. Zehn Tage und vier Monate nach dem Gespräch befragte man die Mütter der beiden Gruppen, was sie in Bezug auf Diagnose und Therapie aus dem Gespräch behalten hatten. Wie nicht anders zu erwarten, wussten die Frauen aus der Gruppe mit den Kassetten deutlich mehr Einzelheiten als die Frauen, welche sich nur auf ihr Gedächtnis verlassen mussten. Sechs Frauen aus der Kontrollgruppe konnten sich sogar überhaupt nicht mehr an das Gespräch mit dem Arzt erinnern.

Erstaunlicherweise waren die Frauen mit den Kassetten aber keineswegs zufriedener mit den Gesprächen als die Frauen der Kontrollgruppe. Auch die Rate postnataler Depressionen unterschied sich in beiden Gruppen nicht.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2007, Vol. 334, S. 28