Tiefschlafphasen sind meist durch schnelle Augenbewegungen (Rapid Eye Movement: REM) gekennzeichnet. Eine frühere Studie hatte bereits gezeigt, dass Menschen, die nur vier Stunden schliefen und dadurch auch weniger REM-Phasen hatten, sensibler auf Schmerzreize reagierten. Dies würde bedeuten, dass Schmerz und Schlaf sich gegenseitig beeinflussen: Schmerzen rauben den Schlaf, schlechter Schlaf wiederum macht schmerzempfindlicher.

In einer Studie schliefen sechs gesunde Erwachsene im Alter zwischen 18 und 35 Jahren zunächst zwei Nächte lang ohne Unterbrechung acht Stunden lang. Danach mussten sie zwei Nächte lang mit jeweils zwei Stunden Schlaf auskommen. Weitere zwei Nächte lang durften sie 9,5 Stunden lang schlafen, wurden aber während der REM-Phasen geweckt und weitere zwei Nächte schliefen sie jeweils 9,5 Stunden, wurden aber außerhalb der REM-Phasen gestört. Jeweils um 10.30 Uhr und 14.30 Uhr untersuchte man die Schmerzempfindlichkeit der Probanden. Man bat sie, den Zeigefinger auf eine immer heißer werdende Metallplatte zu legen und stoppte die Zeit, bis die Probanden den Finger wegzogen.

Die morgendliche Schmerzempfindlichkeit um 10.30 Uhr war signifikant vom Schlaferleben der jeweiligen Nacht beeinflusst: Nach jenen Nächten, in denen man die Probanden während der Tiefschlafphasen geweckt hatte, waren sie deutlich schmerzempfindlicher als in jenen Nächten, in denen sie ihre REM-Phasen genießen durften. Lange Nächte, in denen die Probanden nur während der Non-REM-Phasen geweckt wurden, hatten ebenso wenig einen Einfluss auf die Schmerzempfindlichkeit wie die achtstündigen ungestörten Nächte.

Das deutet darauf hin, dass wenig Schlaf alleine die Schmerzempfindlichkeit kaum beeinflusst. Entscheidend sind die Zeiten des Tiefschlafs - die REM-Phasen.

MEDICA.de; Quelle: Associated Professional Sleep Societies (AAPS) 19th Annual Meeting 2005