Der Diabetes mellitus vom Typ 2 ist ein Gesundheitsproblem, das immer stärker an Bedeutung gewinnt, vor allem in den westlichen Industrieländern. Die Lebenserwartung kann sich durch diese Erkrankung um bis zu 15 Jahre vermindern, 75 Prozent der Patienten sterben an makrovaskulären Komplikationen.

Therapeutisch versucht man zunächst, den Lebensstil der Patienten zu modifizieren, etwa zu mehr Bewegung oder einer gesunderen Ernährung zu motivieren. Dann kommen auch pharmakotherapeutische Optionen in den Blick. Bislang ist nur wenig untersucht worden, welchen Nutzen diese einzelnen Optionen haben, insbesondere: Welchen Wert es hat, seinen Lebensstil zu verändern.

Nun versucht eine Meta-Analyse, diese Frage zu klären. Aus den einschlägigen Datenbanken suchten die Studienleiter Untersuchungen heraus, welche den Einfluss von Lebensstilintervention beziehungsweise pharmakologischen Eingriffen auf die Prävention beziehungsweise das Fortschreiten eines Diabetes mellitus vom Typ 2 hat. Teilnehmer dieser Studien waren Personen mit einer eingeschränkten Glukosetoleranz.

17 Studien mit insgesamt 8.084 Teilnehmern wurden dieser Meta-Analyse unterzogen. Daraus konnten die Studienleiter klar errechnen: Stellen die Patienten ihr Leben um, nachdem eine Glukoseintoleranz festgestellt wurde, dann sinkt das Risiko, tatsächlich an einem Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken beziehungsweise das Risiko eines fortschreitenden Diabetes mellitus Typ 2 um fast die Hälfte (relatives Risiko: 0.51). Nahmen die Studienteilnehmer dagegen lediglich orale Antidiabetika ein, dann sank das Risiko um lediglich 30 Prozent (relatives Risiko: 0.70). Einen hohen Nutzen hat dagegen der Wirkstoff Orlistat, der das besagte Risiko um 56 Prozent senken kann (relatives Risiko: 0.44).

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2007, Vol. 334, S. 299