Gesundheit: Vernetzte Dienstleistungen vor Ort

12.12.2014
Grafik: Weltkarte

INDiGeR fördert regionale Netzwerke für Gesundheit und Prävention im demografischen Wandel; © Kiyoshi Takahase Segundo/ panthermedia.net

Dienstleistungen für Prävention, Gesundheit und Pflege müssen in einer älter werdenden Gesellschaft und bei ungleicher Verteilung der Menschen auf Stadt und Land diejenigen Menschen erreichen, die sie benötigen. Dazu müssen sich die Anbieter künftig gut vernetzen und enger zusammenarbeiten. Wie das funktionieren kann, erforscht das Projekt INDiGeR – Innovative Netzwerke für Dienstleistungen und Gesundheit in den Regionen von morgen.

Durch den demografischen Wandel schrumpft die Bevölkerung in Deutschland, gleichzeitig werden die Menschen tendenziell immer älter. Die Nachfrage nach Präventions-, Gesundheits- und Pflege-Dienstleistungen wird daher künftig noch steigen. Wie aber kann sichergestellt werden, dass die angebotenen Leistungen zum Bedarf in der jeweiligen Region passen und bezahlbar sind? Regionale Dienstleistungsnetzwerke können dazu beitragen, ein wirksames und wirtschaftliches Leistungsangebot zu schaffen und eine hohe Lebensqualität für alle zu sichern.

Doch das Zusammenwirken bislang unabhängig handelnder Akteure bringt neue Herausforderungen mit sich. Leistungsangebote müssen abgestimmt, innovative Dienstleistungen entwickelt und Geschäftsmodelle für die Einbindung der einzelnen Partner entworfen werden. Wie können Organisationsstrukturen, Kommunikationsmechanismen und Entscheidungsarchitekturen aussehen, die ein Handeln in Leistungsnetzwerken erfolgreich machen? Wie können die richtigen vernetzten Leistungsangebote entwickelt und erbracht werden? Diese Fragen wollen die Partner im Projekt „INDiGeR – Innovative Netzwerke für Dienstleistungen und Gesundheit in den Regionen von morgen“ beantworten.

INDiGeR erforscht dazu die Bedingungen erfolgreicher Arbeit von Netzwerken in Theorie und Praxis. Die Forschungspartner erarbeiten Gestaltungsoptionen für Strukturen, Prozesse und Technologien zum Aufbau von Dienstleistungsnetzwerken und erstellen Good Practices im Bereich vernetzter Präventions- und Gesundheitsdienstleistungen auf regionaler Ebene. Darüber hinaus werden Vorgehensweisen zur Wirkungsmessung entwickelt sowie Möglichkeiten aufgezeigt, die Erkenntnisse in andere Anwendungsfelder kooperativer Leistungserbringung zu übertragen.

Fünf Organisationen mit Fachwissen in den Bereichen Gesundheitswirtschaft, Dienstleistungsforschung und Netzwerkforschung bilden dabei das Projektteam INDiGeR:
- Fraunhofer IAO
- Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Universität Bayreuth
- Fakultät Sozialwesen an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart
- Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf
- Institute for Public Health and Healthcare NRW der Steinbeis-Hochschule Berlin.

MEDICA.de; Quelle: Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO