Gesundheit spielt eine Rolle

Die meisten der sogenannten "Aufstocker" arbeiten weniger als 35 Stunden pro Woche. Einer Ausweitung der Arbeitszeit stehen häufig gesundheitliche Einschränkungen, eine fehlende Berufsausbildung und mangelnde Kinderbetreuungsmöglichkeiten entgegen. Befragungsergebnisse würden auf eine in der Regel hohe Arbeitsmotivation der Betroffenen hinweisen, betonen die Nürnberger Arbeitsmarktforscher.

Die Aufstocker in Westdeutschland verdienen durchschnittlich sieben Euro pro Stunde brutto, die Aufstocker in Ostdeutschland sechs Euro. Die Mehrheit der ostdeutschen Singles und Alleinerziehenden bekommt sogar weniger als fünf Euro brutto in der Stunde bezahlt.

Die Ergebnisse einer Befragung von 19.000 Personen, darunter mehr als 1000 Aufstocker, weisen auf eine hohe Arbeitsmotivation der Aufstocker hin. Rund 60 Prozent von ihnen erklärten, sie würden auch dann gerne arbeiten, wenn sie nicht auf den Lohn angewiesen wären. Von allen befragten Personen im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 bis 64 Jahren sagten dies dagegen nur 40 Prozent.

Gleichzeitig wird in der Befragung erkennbar, dass eine Vollzeitbeschäftigung häufig an gesundheitlichen Einschränkungen, geringer Qualifikation oder fehlender Kinderbetreuung scheitert. Weitere Anstrengungen in der aktiven Arbeitsmarktpolitik, aber auch in der Gesundheits-, Bildungs- und Familienpolitik seien nötig, um eine stärkere Teilhabe der Aufstocker und der vollständig erwerbslosen Arbeitslosengeld-II-Empfänger am Arbeitsleben zu erreichen, so die IAB-Studie.

MEDICA.de; Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)