12/11/2007

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Gesundheitsforschung hautnah erleben

Bundesforschungsministerium präsentiert Innovationen bei der MEDICA

Am Stand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)auf der MEDICA gibt es Gesundheitsforschung und Medizintechnik zum Anfassen. Die weltgrößte Medizinmesse präsentiert in Düsseldorf vom 14. bis zum 17. November neueste Trends und Innovationen. Das BMBF zeigt in Halle 3, Stand F92 spannende Exponate aus der aktuellen Gesundheitsforschung, die mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums entwickelt wurden. Kleine und mittelständische Unternehmen können sich über Fördermöglichkeiten und Fragen des Patentrechtes informieren. Und alle Interessierten können mit den innovativen Exponaten auf Tuchfühlung gehen:

Clevere Kleidung
Intelligente Textilien sollen den Wasserhaushalt und den Ernährungszustand des Körpers anzeigen. Hierfür werden Sensoren, die kontinuierlich den Wasser-, Muskel- und Fettgehalt messen, in bequeme Kleidungsstücke eingearbeitet. Eine spezifische Mikroelektronik wertet die Daten dann aus. Schließlich soll ein mobiles Endgerät dem Träger beispielsweise anzeigen, dass er mehr trinken muss. Mangel- und Fehlernährung im Alter, bei Sportlern oder Ernährungsproblemen könnten auf diese Weise mit NutriWear erkannt und anschließend behandelt werden. Wissenschaftler der RWTH Aachen, Motorola GmbH, Philips GmbH, Elastic GmbH und suprima GmbH stellen die innovativen textilen Sensoren und Leiter vor.

Hand aufs Herz
Mit einer zukunftsweisenden Software lassen sich detailgetreue 3D-Abbilder von Patientenorganen anfertigen. Messebesucher können dem Computerprogramm bei der Herstellung anatomischer Modelle zusehen und fertige Herzmodelle aus Kunststoff selbst in die Hand nehmen. Die Software Third Millennium arbeitet herkömmliche zweidimensionale Kernspin- oder CT-Aufnahmen auf und übersetzt sie in dreidimensionale Bilder und Modelle. So können Chirurgen komplizierte Operationen am Herzen oder der Leber besser planen. Informatiker des Deutschen Krebsforschungszentrums haben die neue medizinische Methode entwickelt. In Zusammenarbeit mit dem Kompetenznetz Angeborene Herzfehler wird sie am Herzzentrum Berlin bereits erfolgreich eingesetzt.

Die Brain-Connection
Eine Schnittstelle, die Gehirn und Computer verbindet, macht’s möglich: Allein die Kraft der Gedanken steuert einen Roboterarm. Forscher des Fraunhofer Instituts FIRST und der Berliner Charité stellen das Brain-Computer Interface (BCI) vor: An der Kopfhaut angebrachte Elektroden messen die elektrischen Ströme im Gehirn. Der Computer wandelt die Gehirnsignale in technische Steuersignale um, die dann den Roboterarm in Bewegung setzen. Dabei erkennt das BCI dasjenige Muster in der Hirnaktivität, das dem Wunsch, eine bestimmte Bewegung auszuführen, entspricht – etwa der Vorstellung, die rechte oder linke Hand zu bewegen. Dieses Verfahren könnte in Zukunft Menschen mit umfangreichen Lähmungen oder schweren neurodegenerativen Erkrankungen mehr Bewegungsfreiheit ermöglichen.

Mit Echo auf Zahnsteinsuche
Wie ein Metalldetektor Gold, so spürt ein neues Diagnose- und Therapiegerät versteckte Zahnsteinablagerungen auf. Per Ultraschall erkennt der sogenannte „PerioScan“ sogar tief in der Zahnfleischtasche sitzende Ablagerungen und entfernt sie. Zahnärzte können mit dem Gerät der Firma Sirona Dental System GmbH die empfindlichen Zahnhälse schonen und die schmerzarme Zahnfleisch-Behandlung verbessern.

Zukunftsforum MEDICA VISION
Schonendes Operieren, innovative bildgebende Verfahren oder Mikrosysteme in der Medizin – das Zukunftsforum MEDICA VISION (Halle 3, Stand H92) stellt aktuelle Entwicklungen der medizinischen und medizintechnischen Forschung vor. Es wird gemeinsam vom BMBF und der Messe Düsseldorf veranstaltet. Die Besucher erwartet ein täglich wechselndes Programm mit Vorträgen und Diskussionen von Wissenschaftlern und Vertretern der Industrie.
Das ausführliche Programm der MEDICA VISION finden Sie unter: www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/93.php