Gesundheitsforschung mit vereinten Kräften

09.02.2015
Foto: Drei Hände ziehen an einem Strang

Das sind die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung: Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung dkfz/DKTK, Deutsches Zentrum für Diabetesforschung e.V. (DZD), Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e. V. (DZHK), Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), Deutsches Zentrum für Lungenforschung (DZL), Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE); © panthermedia.net/Sarah Stabenow

Damit Patienten schneller von Forschungsergebnissen profitieren, ziehen in den sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) Wissenschaftler und Ärzte des ganzen Landes an einem Strang. Sie haben sich zusammengetan, um den großen Volkskrankheiten Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, neurodegenerative Erkrankungen, Infektionen und Lungenerkrankungen den Kampf anzusagen.

Die DZG überwinden erstmals in Deutschland starre Grenzen zwischen Institutionen und Disziplinen – eine der wichtigsten Voraussetzungen für Translation. Nicht der Erfolg des Einzelnen stehe im Mittelpunkt, sondern die gemeinsame Idee zum Wohle der Patienten zu forschen, so die DZG-Vertreter. Auf einem Parlamentarischen Abend zogen die DZG eine erste Zwischenbilanz: Ihre innovativen Strukturen finden weltweit Beachtung und sind geeignet, die Translation in der medizinischen Forschung voranzubringen. Dies belegen auch die Ergebnisse jüngster internationaler Begutachtungen.

Denn obwohl immer mehr Menschen von Krebserkrankungen geheilt werden, immer weniger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben, verursachen die sechs großen Volkskrankheiten noch viel Leid und enorm hohe Krankheitskosten - einhundert Milliarden Euro jährlich in Deutschland. Auf Grund der immer älter werdenden Bevölkerung nimmt die Zahl der an Demenz, Diabetes, Herzschwäche, Krebs oder an den Atmungsorganen Erkrankten dramatisch zu. Resistente Bakterienstämme werden zur Bedrohung in den Krankenhäusern, Infektionskrankheiten kosten insbesondere Menschen in Entwicklungsländern immer noch das Leben.

Weitere Erfolge in Therapie und Diagnose gelingen nicht mehr im Alleingang einzelner Forschungsgruppen, vielmehr sind schlagkräftige Strukturen erforderlich, in denen alle wichtigen Partner im Prozess der Translation kooperieren – Universitätsmediziner und Forscher aus außeruniversitären Instituten, Pharmaindustrie und regulatorische Behörden, Politik und Patientenverbände.

Mit den Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung 2009 begonnen, solche schlagkräftigen Strukturen zu schaffen. Dazu sagte der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF, Thomas Rachel in seinem Grußwort: „Den Deutschen Zentren ist es gelungen, in kurzer Zeit beeindruckende Fortschritte zu erzielen: Präklinische und klinische Forschung wurden systematisch miteinander verknüpft. Dies reicht bis hin zu neuen Konzepten für Diagnose und Therapie. Große Studien an mehreren Standorten und zu verschiedenen Krankheitsbildern wurden gestartet, die es vorher so nicht gab. Zahlreiche Kooperationen mit der Industrie sind bereits eingegangen worden. All dies dient dazu, den Nutzen von Forschung für Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige schneller und besser spürbar werden zu lassen.“

Die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung engagieren sich vor allem in Bereichen der Translation, welche in der akademischen Forschung zu kurz kommen und aus denen sich die Industrie weitgehend zurückgezogen hat. Investitionen in Infrastrukturen wie modernste Sequenziertechnik und zentrenübergreifende Biobanken ermöglichen Forschungsprojekte auf nationaler Ebene und sind nur möglich, weil die DZG eine langfristige Perspektive haben.


MEDICA.de; Quelle: Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.