Entscheidend für eine gute Positionierung von Regionen in der Gesundheitswirtschaft wird zukünftig auch die Frage sein, ob sie Innovationsprozesse in der Branche unterstützen und organisieren können. Leistungsprozesse und -akteure müssen branchen- und sektorübergreifend verknüpft werden, damit die prognostizierten Wachstumspotenziale erreicht werden.

Welche Schwerpunkte die einzelnen Regionen setzen, welche Entwicklungsstrategien sie verfolgen und wie sie ihre Kompetenzen bündeln und organisieren, hat der Forschungsschwerpunkt Gesundheit und Lebensqualität des Instituts Arbeit und Technik (IAT) untersucht. Dabei hat es unter anderem herausgefunden:

Fast die gesamte Palette der gesundheitswirtschaftlichen Handlungsmöglichkeiten bietet das Ruhrgebiet an - von der Spitzenmedizin über betriebswirtschaftliches Krankenhaus- und Versorgungsmanagement, Internationalisierung bis zur Seniorenwirtschaft. Die Initiative MedEcon Ruhr ist seit 2003 mit der Netzwerkbildung, regionaler Projektentwicklung sowie dem Regionalmarketing in der Gesundheitswirtschaft des Ruhrgebiets betraut.

Berlin als wissenschaftsgestütze Gesundheitsregion setzt stark auf den Bereich "Forschung und Entwicklung", insbesondere im Bereich der molekularen Medizin. Das Deutsche Herzzentrum Berlin ist zudem ein bedeutendes Aushängeschild der Berliner Gesundheitswirtschaft. Netzwerkagentur ist hier die Gesundheitsstadt Berlin e.V.

Das Interesse am Ausbau der Gesundheitswirtschaft startet in den meisten Regionen mit Fokus auf die eher technischen Disziplinen, also Biomedizin, Medizintechnik oder Neurowissenschaften; in der Folge werden dann auch die Potenziale bei den (sozialen) Dienstleistern erkannt. Erste Impulse gingen in den Regionen vor allem von kommunalen Akteuren und den Anbietern der Branche selbst aus. Dieses Engagement wurde anschließend von der Politik aufgegriffen und mitgetragen.

Wie die IAT-Untersuchung zeigt, können regionale Entwicklungskonzepte zur Gesundheitswirtschaft nur nachhaltig wirken, wenn eine stabile Steuerungs- und Vernetzungsinstanz existiert, die auch für eine kontinuierliche Projektentwicklung Sorge trägt. Sie sollte nicht unmittelbar von Politik abhängig sein und einen soliden wissenschaftlichen Unterbau haben.

MEDICA.de; Quelle: Institut Arbeit und Technik