Gewebeschonende Tumortherapie

Foto: Forscher präsentiert neues Gerät

Professor Guido Hildebrandt vor
dem Bestrahlungsgerät mit der
neuen Blende; © UKR

„Mit dem neuen Zusatzgerät haben wir unsere hochentwickelte Tumortherapie weiter vervollkommnet“, sagt Professor Guido Hildebrandt, Direktor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie. Der MLC 160 wurde als Zusatz an einem Linearbeschleuniger installiert. Es gleicht einer hochpräzisen Blende aus 160 schmalen Bleilamellen mit je einem eigenen Motor, mit der zu bestrahlende Körperregionen millimetergenau eingegrenzt werden können, so dass die Strahlen hauptsächlich die erkrankte Region treffen und weniger angrenzendes gesundes Gewebe.

Es sei jetzt noch besser möglich, das Konzept einer intensitätsmodulierten Strahlentherapie (IMRT) mit einer bildgestützten Therapiesteuerung und Qualitätssicherung zu verbinden (IGRT), so Professor Hildebrandt. Das Gerät gehört zu den jüngsten Neuentwicklungen auf diesem Gebiet und ist auch in anderen Kliniken in Deutschland bereits erfolgreich im Einsatz.

Im Kopf des Bestrahlungsgerätes befinden sich etwa 160 schmale Bleilamellen, die einzeln in das Bestrahlungsfeld eingefahren werden können. Dies erlaubt eine millimetergenaue individuelle Anpassung des Bestrahlungsfeldes an die anatomischen Gegebenheiten des Patienten.

Außerdem ist es möglich, komplex geformte Körperregionen durch viele einzelne Felder aus verschiedenen Richtungen zu bestrahlen. Das war in dieser Form bislang nicht möglich, da die Geräte statt der Lamellen mit weniger flexiblen Schwermetallblöcken ausgestattet waren.

Ein in den Bestrahlungsapparat integriertes Durchleuchtungsgerät erlaubt per Knopfdruck eine röntgenologische Sichtbarmachung des Patienten und seines Bestrahlungsfeldes. Dadurch kann vor Ort überprüft werden, ob das Bestrahlungsfeld exakt getroffen wird. Hat sich der Patient bewegt und unbeabsichtigt seine Lage verändert, so kann das vor der Bestrahlung korrigiert werden.

MEDICA.de; Quelle: Universität Rostock