Gezielter Schlag gegen das Immunsystem bringt Besserung

Fortgeschrittene Arthritis an den
Fingergelenken
© Uni Würzburg

Gegen die Leiden der Arthritis wenden Mediziner von der Universität Würzburg eine neuartige Therapie an. Die Patienten bekommen Infusionen mit dem anti-CD20-Antikörper, welcher bewirkt, dass fast alle B-Zellen des Immunsystems zerstört werden. Nach sechs bis acht Wochen bessert sich die Krankheit deutlich, es sind weniger Gelenke entzündet, die Schmerzen hören auf.

B-Zell-Depletion, so heißt die innovative Methode. Die Würzburger Mediziner waren 1999 weltweit unter den ersten, die den anti-CD20-Antikörper gegen die rheumatoide Arthritis einsetzten. Auch heute gibt es diese Antikörper-Therapie erst in wenigen Zentren.

"Diese Methode schlägt bei 60 bis 70 Prozent der Patienten an", sagt Professor Hans-Peter Tony von der Medizinischen Poliklinik, Sprecher des Rheumazentrums Würzburg/Bad Brückenau. Zudem sei die Verträglichkeit sehr gut. Nach der Behandlung bleiben die Patienten bis zu neun Monate lang von der Arthritis unbehelligt. Dann lässt die Wirkung nach, die Antikörper müssen erneut verabreicht werden. "Einige Patienten haben wir schon drei Mal hintereinander auf diese Weise behandelt", erzählt Tony. Länger dauernde Erfahrungen gebe es bislang aber nicht.

Andere Therapieformen bringen ebenfalls gute Ergebnisse, doch haben sie den Nachteil, dass die Patienten ständig Medikamente nehmen müssen. "Dagegen geht es bei der B-Zell-Depletion darum, die Krankheit längerfristig zu kontrollieren", so Tony. Möglicherweise lässt sich die Wirksamkeit der Behandlung immer weiter verlängern. Auch eine Kombination mit anderen Therapien könnte weitere Verbesserungen bringen.

MEDICA.de; Quelle: Julius-Maximilians Universität Würzburg