Giftige Pflanzenschutzmittel lösen Parkinson aus

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Menschen, die in landwirtschaftlichen Betrie-
ben arbeiten und dabei Pestiziden ausge-
setzt sind, erkranken häufiger an Parkinson;
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Etwa drei Prozent der Bevölkerung sind an Parkinson erkrankt, vor allem ältere Menschen sind betroffen. Die Erkrankung schreitet langsam voran und zeigt sich in starren Muskeln, etwa einem fast maskenhaften Gesichtsausdruck, oder einer zitternden, oft sogar schüttelnden Hand – Tremor nennen Mediziner dieses Muskelzittern. Diese Hauptsymptome werden dadurch verursacht, dass Nervenzellen in der sogenannten Substantia nigra des Mittelhirns, die Dopamin produzieren, absterben.

Doch auch Einflüsse von außen vermutet man als Ursache der Krankheit. So haben einige Studien auffallend deutlich gezeigt: Menschen, die in landwirtschaftlichen Betrieben arbeiten und dabei Pestiziden ausgesetzt sind, erkranken häufiger an Parkinson.
Der Stoff Rotenon ist in einigen Ländern als Insektizid zugelassen. Forscher um Professor Heinz Reichmann und Professsor Richard Funk haben nun den Mechanismus entschlüsselt, mit dem dieses Gift Symptome der Parkinson-Krankheit auslöst und verstärkt.

Rotenon verursacht, dass Nervenzellen im Darmtrakt das Protein Alpha-Synuclein ausschütten. Dieses Alpha-Synuclein wird dann von den Nervenenden der Nervenzellen im Gehirn aufgenommen und zum Zellkörper transportiert. Im Zellkörper lagert sich das Alpha-Synuclein ab und zerstört die Zellen. Wurden gezielt die entscheidenden Nerven, die Darm und Gehirn verbinden, im Darmbereich von Mäusen durchtrennt, findet dieser Ablauf nicht mehr statt. Als Folge kann das Alpha-Synuclein die Neuronen des Mittelhirns nicht mehr erreichen und die Parkinson-ähnlichen Symptome werden stark reduziert.

Bisher haben die Forscher diesen Vorgang an Mäusen beobachten können. “Wenn sich das auch bei Parkinson-Patienten bestätigt, dann haben wir einen wichtigen Schritt getan, um zukünftig neue Ansätze zur frühzeitigen Diagnose und Therapiestrategien gegen die Krankheit zu entwickeln”, sagt Francisco Pan-Montojo vom Dresdner Institut für Anatomie.

MEDICA.de; Quelle: Technische Universität Dresden