Wissenschaftler der Universität Bonn fanden bei der Arbeit mit veränderten menschlichen Prostatazellen und Luziferase heraus, dass durch die Zugabe von androgenen Substanzen die Zellen leuchten. Je stärker sie leuchten, umso mehr Hormone sind vorhanden. "Die Zellen bilden jedoch nur dann das Leucht-Enzym, wenn sie mit Substanzen in Kontakt kommen, die wie ein männliches Geschlechtshormon wirken," erklärt Dr. Sabine Daufeldt von der Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin. Ferner reagieren die Zellen auf synthetische Anabolika. Dadurch kann SteroCheck auch Dopingmittel nachweisen.

Ursprünglich haben Sabine Daufeldt und ihr Kollege Dr. Axel Alléra das Verfahren zur Bestimmung der Hormonaktivität von Patientinnen mit Fruchtbarkeitsstörungen und Frauen in den Wechseljahren entwickelt. In der Menopause bilden die Eierstöcke weniger weibliche Sexualhormone. Bei ausgeprägten körperlichen und psychischen Beschwerden versucht der Arzt, die Probleme mit Hormonpräparaten in den Griff zu bekommen.

Die Faustregel "je weniger Östradiol, desto stärker die Beschwerden"
stimmt jedoch nur eingeschränkt. Denn es gibt noch weitere Östrogene, die bei der Hormonersatztherapie nicht gemessen werden. Zudem wirken viele Substanzen aus der Umwelt wie Östrogene, beispielsweise Pestizide, Sojabohnen oder Rotklee. "Wir vermuten, dass eine passende biologische Gesamtaktivität für das Wohlbefinden wichtig ist", betont Daufeldt. "Wir haben daher eine SteroCheck-Variante entwickelt, mit der wir die östrogene Gesamtaktivität bestimmen können. Dazu verwenden wir Zelllinien aus der weiblichen Brust." Gynäkologen könnten mit SteroCheck schon vor der Menopause ein Aktivitätsprofil ihrer Patientinnen bestimmen, um spätere hormonelle Defizite individuell auszugleichen.

Natürlich kann das Verfahren auch bei der männlichen altersbedingten Abnahme der Androgenkonzentration eingesetzt werden. Doch davor bedarf es weiterer Studien.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Bonn