Gleichgewicht stärkt Muskeln

Im Vergleich zu früheren Generationen weist der Nachwuchs deutliche körperliche Defizite auf, die zu einer erhöhten Verletzungsgefahr im Schulsport führen.

Professort Granacher von der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat eine Idee, wie man dem Problem entgegenwirken kann.

In einer Studie testeten Granacher mit Albert Gollhofer und Susi Kriemler präventive Maßnahmen gegen Verletzungen testeten. „Schulkinder sind heutzutage inaktiver und dadurch motorisch schlechter, das ist kein Geheimnis“, erklärt Granacher. „Um einzelnen Verletzungsrisikofaktoren entgegenzuwirken, haben wir uns besonders auf Defizite im Gleichgewicht und in der Kraft konzentriert und ein entsprechendes Trainingsprogramm entwickelt“, so der Jenaer Sportwissenschaftler weiter.

Dafür absolvierten Schulkinder unterschiedlicher Klassenstufen am Anfang ihrer Sportstunde jeweils 15 Minuten Gleichgewichtsübungen. Mit überraschendem Ergebnis: „Die Übungen, die zum Beispiel auf instabilen Unterlagen gemacht wurden, führten nicht nur zu einem verbesserten Gleichgewicht“, berichtet Urs Granacher. „Sondern auch die Kraftleistung, beispielsweise die Explosivkraft, erhöhte sich.“ Er könne sich gut vorstellen, dass solche Übungen in Zukunft zum festen Bestandteil des Sportunterrichtes gehören, meint der Jenaer Trainingsexperte. In den Niederlanden und in der Schweiz gibt es schon viele Schulen, die ein solches Training durchführen.

Auch Erwachsene können auf diese Art und Weise ihre Muskulatur trainieren. Granacher führte ähnliche Studien mit Personen, die viel im Büro arbeiten, und mit älteren Menschen durch. Auch hier stellten sich nach acht Wochen Training deutliche Verbesserungen heraus, die auch noch Wochen später nachweisbar waren. „Trotzdem muss man kontinuierlich an sich arbeiten, sonst bilden sich die Trainingseffekte früher oder später wieder zurück“, sagt Granacher.

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena