Die grundlegenden Strukturen des Herzens entwickeln sich sehr früh im Laufe einer Schwangerschaft. So früh, dass viele Schwangere noch gar nichts von ihrer Schwangerschaft ahnen und deshalb noch immer rauchen beziehungsweise zum Passivrauchen gezwungen sind. Selbst wenn die Frau in der sechsten Woche nach der letzten Regelblutung das Rauchen einstellt, hat sie den Fötus bereits während der Entwicklung seines Herzens dem Nikotin ausgesetzt.

In einer Studie wurde nun der Zusammenhang zwischen dem mütterlichen Rauchen und kongenitalen Herzdefekten näher untersucht. Im Rahmen der „National Birth Defects Prevention Study (NBDPS)“ untersuchten Wissenschaftler 566 Kinder mit angeborenen Herzdefekten wie Klappenschäden, Shunts und anderem. 491 gesunde Kinder dienten als Kontrollgruppe.

Alle Mütter wurden gefragt, ob sie in der Zeit einen Monat vor Beginn der Schwangerschaft bis zu deren Ende geraucht hatten. Außerdem sollten sie Angaben über etwaiges Passivrauchen machen.

34 Prozent der Frauen, deren Kinder einen kongenitalen Herzschaden hatten, berichteten, im Monat vor der Empfängnis bis mindestens zum Ende des ersten Trimesters geraucht zu haben. Das Risiko, ein herzkrankes Kind zu bekommen, ist bei Raucherinnen um 60 Prozent höher als bei Nichtraucherinnen. Das gilt selbst dann, wenn die Frauen Vitamine einnehmen und auf Alkohol verzichten.

Natürlich, das schreiben auch die Studienleiter, hat diese Untersuchung Schwächen. So beruhte das Ergebnis allein auf den subjektiven Angaben der Frauen. Weitere Studien sollen die beunruhigenden Daten nun erhärten. Eines aber kann man schon jetzt sagen: Weg vom Glimmstängel während der Schwangerschaft, und zwar schon sehr früh.

MEDICA.de; Quelle: American Heart Association (AHA): Scientific Sessions 2006