Golfspielen gilt als gesunde Sportart bei vielen vorgeschädigten Patienten. Dieser Sport führt an die frische Luft, er fördert die Koordination und belastet andererseits Herz und Kreislauf nicht all zu sehr. Golf galt daher auch als gute sportliche Betätigung zum Beispiel für Patienten mit einem künstlichen Kniegelenk. Nun zeigt aber eine Studie, dass Golfspielen massiv das Knie belasten kann, vor allem nach einer Knie-Arthroplastie.

Möglich wurde diese Untersuchung durch ein spezielles Gerät, mit dessen Hilfe Belastungen am Kniegelenk gemessen werden können. Bislang war man meist auf Druckmessungen an Leichen oder auf Berechnungen mit Hilfe komplexer mathematischer Methoden angewiesen.

An einer kleinen Studie nahmen vier Patienten teil, die alle neue Kniegelenke erhalten hatten. Die Studienleiter baten alle Probanden, nacheinander verschiedene Sportarten auszuführen, darunter Golf, Joggen und Tennis. Diese drei genannten Sportarten belasten das Knie offenbar am meisten. Einfaches Laufen auf dem Boden macht dem Knie wesentlich weniger Eindruck. Noch geringer ist die Belastung auf einem Laufband. Am knieschonendsten aber ist das Fahrradfahren. Damit unterstützt diese Studie frühere Untersuchungen, die gezeigt hatten, dass Patienten mit einer Knieendoprothese am wenigsten Schwierigkeiten mit dem Fahrradfahren haben.

Die Studienleiter wollen die Ergebnisse ihrer kleinen Studie aber nicht so verstanden wissen, dass Patienten mit künstlichen Kniegelenken gar nicht mehr golfen, Tennisspielen oder joggen sollten. Wichtig sei vielmehr, sich gelenkschonende Bewegungsabläufe anzueignen.

In weiteren Studien will die Arbeitsgruppe nun auch andere Sportarten wie Skifahren oder verschiedene Gymnastikarten untersuchen. Dabei analysieren die Wissenschaftler auch, welchen Einfluss spezielle Schienen oder Bänder auf die Gelenke haben.

MEDICA.de; Quelle: American Academy of Orthopaedic Surgeons 75th Annual Meeting Abstract 039