Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert und wird mit einem zweiten Preisträger geteilt. Geehrt wird Armin J. Reininger von der Abteilung Transfusionsmedizin der Klinik für Anaesthesiologie des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Univeristät München, für eine 2006 in der Fachzeitschrift "Blood" erschienene Veröffentlichung.

In der preisgekrönten Arbeit wurde der Mechanismus aufgeklärt, wie sich Blutplättchen aus dem schnell strömenden Blut an der Gefäßwand anlagern können. Dieser erste Schritt ist wesentlich für die Blutstillung bei einer Gefäßverletzung, aber ebenso für die Entstehung einer Thrombose in einem atherosklerotisch erkrankten Blutgefäß.

Mit mikroskopischen Spezialverfahren wurde unter direkter Beobachtung in strömendem Blut gezeigt, dass Blutplättchen in Sekundenbruchteilen mit winzigen Regionen ihrer Außenhülle und einem aus dem Blutplasma an den Verletzungsstellen abgelagerten Bluteiweiß anhaften. Bisher war man davon ausgegangen, dass die diskusförmigen Blutplättchen mit ihrer gesamten Unterseite diesen Kontakt herstellen.

Da die Strömung die Blutplättchen weiterbewegt, während die Bindung an der Kontaktstelle noch besteht, zieht es dünne Membranschläuche passiv aus den Blutplättchen heraus - ähnlich wie eine Ankerleine die Verbindung zwischen Anker und Boot aufrecht erhält. Je nach Strömung können diese Membranverbindungen eine Länge von mehr als dem Zehnfachen des Plättchendurchmessers erreichen.

Herrscht eine sehr schnelle Strömung, reißen die Membran-Verbindungen zu den Blutplättchen ab und es entstehen Membranschläuche unterschiedlicher Länge. Bei extremen Flussbedingungen, wie sie in stark eingeengten Arterien auftreten, entstehen sehr kurze Membranstücke, die eine kugelige Form annehmen - Mikropartikel. Derart entstandene Mikropartikel beschleunigen zusätzlich die Blutgerinnung und spielen somit möglicherweise eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Thromben an atherosklerotischen Gefäßveränderungen

MEDICA.de; Quelle: Klinikum der Universität München