Grapefruitsamen als Freund der Schleimhaut

Sauer macht lustig - aber nur der
Samen freut auch den Magen
© Hemera

Grapefruitsaft ist sauer und kann den Gastrointestinaltrakt irritieren. Der Extrakt von Grapefruitsamen dagegen hat einen hohen Anteil von Antioxidantien und sogar antibiotische Aktivität, was den Gastrointestinaltrakt beruhigen kann.

Wissenschaftler des Jagiellonian University Medical College in Polen haben nun die Auswirkungen von Grapefruitsamenextrakt auf bestehende gastrointestinale Ulzera untersucht. Dazu induzierten die Wissenschaftler bei Ratten ein Magengeschwür und gaben dann definierte Dosen von Grapefruitsamenextrakt dazu (2 bis 20 mg/kg). Danach untersuchten sie die gastrale Sekretion.

Ratten, die mit 10 mg/kg Grapefruitsamenextrakt behandelt wurden, sekretierten bis zu 50 Prozent weniger Magensäure. Dies entlastet die Magenschleimhaut deutlich. Tatsächlich zeigte sich die Magenschleimhaut der Ratten am sechsten sowie zehnten Tag nach Beginn der Behandlung in wesentlich besserem Zustand als vor Beginn der Behandlung. Außerdem schien der Extrakt die Durchblutung in der Magenschleimhaut anzuregen. Auch dies wirkt sich positiv auf Ulzera aus.

Anders das Bild, nachdem die Forscher zusätzlich zum Grapefruitsamenextrakt den COX-1-Hemmer Indomethacin (2 mg/kg) beziehungsweise den COX-2-Hemmer Rofecoxib (10 mg/kg) zugaben. Indomethacin scheint die positiven Wirkungen des Extraktes komplett aufzuheben, Rofecoxib zumindest deutlich einzuschränken.

Die Wissenschaftler folgern daraus, dass der positive Effekt des Grapefruitsamenextrakt auf die Magenschleimhaut durch COX-1 beziehungsweise COX-2 zumindest mitverursacht wird. Außerdem tragen der erhöhte Blutdurchfluss und die Sekretion von Gastrin ebenfalls zur Heilung bei.

MEDICA.de; Quelle: Digestive Disease Week (DDW) Jahreskongress 2005, Abstract 569