Pfefferminzöl wird seit Tausenden von Jahren medizinisch eingesetzt. Auch in der modernen Medizin hat Pfefferminzöl seinen Platz. Es enthält hauptsächlich Menthol und andere ätherische Substanzen. Es gibt Hinweise darauf, dass Pfefferminzöl die glatten Muskelzellen des Gastrointestinaltrakts entspannen kann und damit bei vielen gastrointestinalen Erkrankungen nützlich sein könnte.

Auch bei Kopfschmerzen hat sich Pfefferminzöl bewährt, wenn man es auf die Schläfen träufelt. In einer Studie wurden jetzt die Untersuchungen zu diesen Indikationen analysiert und zusammenfassend gewürdigt. Demnach gilt für Pfefferminzöl inzwischen als gesichert:

Pfefferminzöl wirkt sanft beim irritablen Kolon und kann Flatulenzen und Bauchschmerzen entgegen wirken. Allerdings sind die Studien zu diesen Indikationen sehr heterogen. In einer Studie mit Kindern im Alter von acht bis 17 Jahren, die an einem Reizdarm litten, bewies Pfefferminz seine Überlegenheit gegenüber Placebo.

Die Kombination aus 90 Milligramm Pfefferminzöl und 50 Milligramm Kümmelöl kann die Beschwerden einer Dyspepsie wie Völlegefühl und Spasmen lindern. Allerdings sollte man Pfefferminzöl bei solchen Beschwerden auch vorsichtig einsetzen, da es zu einem gastroösophagealen Reflux führen kann.

Zwei Studien haben die Wirksamkeit von Pfefferminzöl beim Spannungskopfschmerz nachgewiesen. In einer Untersuchung entsprach die Wirkung etwa der Einnahme von Acetaminophen. Die beste Dosis liegt bei 0.2 bis 0.4 Milliliter drei Mal täglich. Bei Kindern sollten etwa 0.1 Milliliter drei Mal täglich verabreicht werden.

In hohen Dosierungen wirkt Pfefferminzöl toxisch und kann zur interstitiellen Nephritis sowie zum akuten Nierenversagen führen. Da es Gallensteine fördert, sollte Pfefferminzöl nicht bei Cholelithiasis und Cholezystitis gegeben werden.

MEDICA.de; Quelle: American Family Physician 2007, Vol. 75, S. 1027-1030