Das behauptet jedenfalls Dr. Xuemei Huang von der University of North Carolina in Chapel Hill, USA. Mit seiner Arbeitsgruppe untersuchte er bei 124 Patienten, die wegen eines Morbus Parkinson behandelt wurden, die Nüchtern-Lipidprofile und verglich sie mit den Lipidprofilen von 112 Männern, die nicht an Morbus Parkinson litten.

Wie Dr. Huang jetzt auf dem 130. Jahreskongress der American Neurological Association in San Diego berichtete, haben Männer mit niedrigen LDL- und Gesamt-Cholesterinwerten ein erhöhtes Morbus-Parkinson-Risiko. Für Männer mit LDL-Cholesterinwerten zwischen 91 und 135 mg/dl liegt das relative Risiko bei 6,7. Liegen die LDL-Cholesterinwerte unter 91 mg/dl, erhöht sich das relative Risiko auf 4,4, jeweils im Vergleich zu Männern, deren LDL-Cholsterinwerte über 135 mg/dl liegen. Der Raucherstatus der Untersuchten spielte dabei keinerlei Rolle.

Erstaunlicherweise gilt dieser Zusammenhang offenbar nur für Männer. Bei Frauen konnte das Wissenschaftlerteam keinerlei Assoziation zwischen dem Lipidprofil und dem Risiko eines Morbus Parkinson entdecken.

Der Unterschied zwischen Männern und Frauen in Bezug auf den Morbus Parkinson ist beachtlich. Männer haben nämlich ein rund doppelt so hohes Risiko wie Frauen, in ihrem Leben an Morbus Parkinson zu erkranken. Woher dieser Unterschied kommt, ist noch nicht geklärt. Möglicherweise spielen die weiblichen Steroidhormone dabei eine Rolle.

Endgültige Aussagen oder Empfehlungen möchten die Studienleiter aufgrund ihrer Untersuchung nicht machen. Sie geben aber zu bedenken, ob man die Senkung hoher Cholesterinwerte nicht differenzierter betrachten müsse als bislang.

MEDICA.de; Quelle: American Neurological Association 130th Annual Meeting, San Diego