Die fetale Makrosomie ist eine der Hauptkomplikationen des Gestationsdiabetes. In einer Studie sollten jetzt die fetometrischen Parameter von Gestationsdiabetikerinnen unter klinischen Bedingungen bei angestrebter Normoglykämie detailliert dargestellt werden. Dabei suchten die Wissenschaftler nach Unterschieden im Verlauf des fetalen Wachstums hinsichtlich des mütterlichen Gewichts beziehungsweise der durchgeführten Therapie und im Vergleich mit nicht diabetischen Schwangerschaften.

Von 152 gestationsdiabetischen Schwangerschaften wurden 746 Ultraschalluntersuchungen, bestehend aus biparietalem und frontookzipitalem Durchmesser, Kopf- und Abdomenumfang sowie deren Quotient, Femurlänge und berechnetem Gewicht ausgewertet. Alle diese Untersuchungen wurden zwischen der 20. und 40. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Als Vergleichsgruppe dienten 1.040 nicht diabetische Einlingsschwangerschaften. Anhand des Body Mass Index (BMI) und der durchgeführten Therapie wurde das Gesamtkollektiv in Gruppen unterteilt und auf Unterschiede untersucht.

Beim Vergleich mit der Kontrollgruppe ergaben sich für alle sieben Ultraschallparameter nahezu identische Verläufe. Zwischen den Gruppen zeigte sich kein konstanter signifikanter Unterschied eines bestimmten fetometrischen Parameters. Im Durchschnitt ließ sich für alle Gruppen ein vergleichbarer Verlauf beobachten. Die Small-for-gestation-age-(SGA) Rate betrug insgesamt 20 Prozent, die Mütter mit einem BMI über 30 kg/m2 zeigten die höchste SGA-Rate von 28 Prozent.

Die bisherigen Therapiekriterien mit regelmäßigen fetometrischen Ultraschallkontrollen können die hohen SGA-Raten nicht vermeiden und ermöglichen damit keine sichere Überwachung des fetalen Wachstums.

MEDICA.de; Quelle: Geburtshilfe und Frauenheilkunde 2007, Vol. 67, S. 644-649