Foto: Frühchen in den Händen einer OP-Schwester 
Chancengleichheit besteht -
auch für den Frühstart ins
Leben; © pixelio

Die Forschergruppe unter der Leitung von Professor Hans Michael Straßburg konnten in einer multizentrischen Studie Daten von etwa 300 Frühgeborenen analysieren, die mittlerweile 18 bis 24 Jahre alt sind. Eine Hälfte davon wurde in verschiedenen Kinderkliniken der alten Bundesländer, die andere Hälfte zwischen 1980 und 1986 in der ehemaligen DDR behandelt. Mit einem Fragebogen erhoben die Wissenschaftler Daten zur Schul- und Berufsausbildung, zu aktuellen Krankheitsproblemen und besonders auch zur subjektiv empfundenen Lebensqualität. "Zusammenfassend konnten wir feststellen, dass sich die ehemals sehr kleinen Frühgeborenen in punkto Lebensqualität nicht wesentlich von anderen Jugendlichen und jungen Erwachsenen unterscheiden", so Straßburg.

Die Ergebnisse deuten an, dass sich die Versorgung von Frühgeborenen verbessert hat, denn sie entsprechen nicht den Resultaten vergangener Analysen. "Aus großen Studien, die auch in Deutschland an verschiedenen Stellen durchgeführt wurden, ist seit vielen Jahren bekannt, dass bei rund 30 Prozent dieser Kinder im späteren Leben die Gesundheit beeinträchtigt ist", sagt Straßburg. Die ehemaligen Frühchen leiden den früheren Studien zufolge öfter an Intelligenzminderung, Bewegungsstörungen, Sehstörungen oder chronischen Lungenerkrankungen als Normalgeborene. Außerdem seien immer wieder Kommunikations- und Verhaltensprobleme beschrieben worden.

Die positive Entwicklung der Versorgung ist vermutlich einer personell und technisch äußerst aufwändigen Behandlung auf hoch qualifizierten Intensivstationen zu verdanken, die mittlerweile in vielen Kliniken Standard ist. Die Überlebenschancen der extrem früh geborenen Kinder sind seit etwa 30 Jahren kontinuierlich gestiegen.

MEDICA.de; Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg