Fußball zählt als Kontaktsportart zu den Sportarten mit dem höchsten Verletzungsrisiko. Neben der hohen Inzidenz gibt es eine große Bandbreite der Verletzungen. Am häufigsten betroffen sind die unter Extremität mit Verletzungen des Kniegelenks, des Sprunggelenks und der Muskulatur. Hauptursachen von Fußballverletzungen sind der Kontakt mit dem Gegner und chronische Überlastungen. Interessanterweise basiert jede vierte Verletzung beim Fußball auf einem vorangegangenen Trauma vom gleichen Typ und von gleicher Lokalisation. Das zeigt, wie wichtig eine gezielte Rehabilitation ist, um ähnliche Verletzungen zu vermeiden.

Zu den schwer wiegendsten Verletzungen beim Fußball gehören Hyperflexionstraumen der Halswirbelsäule durch Stürze. Dies kann zu Brüchen am zervikothorakalen Übergang mit entsprechenden neurologischen Ausfällen führen.

Das Sprunggelenk ist beim Fußball der am meisten gefährdete Körperteil. Bei Distorsionstraumen kommt es zu Überlastungen des lateralen Bandapparates und zu Rupturen des anterioren fibulotalaren Bandes sowie des fibulocalcanearen Bandes. Rupturen des medialen Bandapparates, zum Beispiel am Ligamentum deltoideum, entwickeln sich bei einem Pronationstrauma mit und ohne Rotationskomponente, oft auch in Verbindung mit Außenknöchelfrakturen.

Bei solchen verschiedenartigen Verletzungsmöglichkeiten kommt der Prävention eine wichtige Rolle zu. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört ein ordentliches Aufwärmen mit Betonung der Muskeldehnung, das Abwärmen und eine adäquate Rehabilitation bei Verletzungen. Propriozeptives Training und Protektoren sowie ein guter Zustand des Spielfeldes können das Verletzungsrisiko weiter senken. Am wichtigsten aber ist – die Spielregeln einzuhalten!

MEDICA.de; Quelle: Deutsches Ärzteblatt 2006, Vol. 103, S. 1611-1616